
Behinderte? Zu denen gehöre ich auch, mit meiner 80-prozentigen Behinderung. Mein Vater saß im Rollstuhl – also nichts mit Aversion gegen Behinderte. Und doch macht es mich wütend, dass zwei Tage vor und wenige nach dem Welt-Down-Syndrom-Tag wieder Krokodilstränen vergossen werden, sonst aber nichts passiert.
Wer da den ersten Stein auf Frauen wirft, die kein ihr Leben völlig veränderndes Kind gebären wollen, sollte sich mal nach ihrer Haltung zu Menschen mit Down-Syndrom befragen. Würden sie ihren Job haben, wenn sie sich rund um die Uhr um ein behindertes Kind hätten kümmern müssen? Würden sie so ein Kind adoptieren, einem Erwachsenen mit Down-Syndrom aus einem Heim zu sich nach Hause holen? Wie viele Mitarbeiter mit Down-Syndrom beschäftigen sie, sind ihre Kollegen? Würden sie einem Menschen mit Down-Syndrom wählen, als ihren Vorgesetzten haben wollen?
Es ist leicht, den ersten Stein zu werfen, viel schwerer selber vorbildlich zu handeln. Wieso verzichtet man nicht auf einen Kreuzer, um all denen ein wirklich gutes Leben zu ermöglichen, die mit dem Down-Syndrom geboren wurden und die, die sich darum kümmern, dass die Betroffenen gut leben können. Das wäre doch eine sehr gute Verwendung des Sondervermögens.
Kein Sondervermögen benötige ich für mein Frühstück mit der Besten Frau der Welt.
Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück.
Gratulation allen, die heute Namenstag haben: Christian, Axel, Emilia
Foto: Pixabay
Morgengruß von Helmut Harff: Welt-Down-Syndrom-Tag
… und wieder rollen die Krokodilstränen
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