Wenn Heuschnupfen zu Asthma wird

Was steckt hinter dem „Etagenwechsel“?



Juckende Augen, laufende Nase, Niesattacken – Heuschnupfen gehört zu den häufigsten allergischen Erkrankungen in Deutschland. Mehr als 15 Prozent der Bevölkerung reagieren allergisch auf Pollen. Die meisten greifen einfach zu Medikamenten aus der Apotheke.


Was viele nicht wissen: Unbehandelter Heuschnupfen kann zu allergischem Asthma führen. Was hinter diesem „Etagenwechsel“ steckt, weiß die Debeka, Deutschlands größte private Krankenversicherung.

Was passiert beim Etagenwechsel?


Die allergische Entzündung „wechselt die Etage": Anfangs betrifft sie Nase, Nebenhöhlen und Augen. Bleibt der Heuschnupfen unbehandelt, wandert sie in Bronchien und Lunge. Bei Pollenkontakt verkrampfen die Atemwege – Asthma entsteht. Dieser Übergang vollzieht sich schleichend, oft über Jahre. Genau das macht ihn tückisch.

Bis zu jeder dritte Betroffene mit unbehandeltem Heuschnupfen entwickelt im Laufe der Zeit ein allergisches Asthma – die häufigste Form der Erkrankung. Das bedeutet aber auch: Die Mehrheit der Allergikerinnen und Allergiker bekommt kein Asthma – vor allem dann nicht, wenn der Heuschnupfen frühzeitig und konsequent behandelt wird. Je länger die Entzündung schwelt, desto wahrscheinlicher sind dauerhafte Schäden.

Die Warnzeichen erkennen
Ein Etagenwechsel kündigt sich durch Symptome an, die viele nicht sofort einordnen:
- häufiges Räuspern, das über die Pollensaison hinaus anhält
- trockener Reizhusten, besonders nachts
- Kurzatmigkeit bei Belastung
- Engegefühl in der Brust
- pfeifendes Geräusch beim Ausatmen

Wie wird ein Etagenwechsel festgestellt?
Drei Untersuchungen zeigen, ob die Bronchien bereits betroffen sind:
- Lungenfunktionstest (Spirometrie): Der Arzt misst, wie viel Luft die Lunge aufnimmt und wie schnell sie wieder ausströmt. Eingeschränkte Werte deuten auf verengte Atemwege hin.
- Provokationstest: Die Bronchien werden gezielt gereizt – etwa durch kalte Luft oder bestimmte Substanzen. Reagieren sie überempfindlich, liegt eine bronchiale Hyperreagibilität vor.
- Peak-Flow-Messung: Ein kleines Gerät für zu Hause misst die maximale Ausatemgeschwindigkeit. Starke Schwankungen im Tagesverlauf sprechen für Asthma.

Je früher ein Etagenwechsel erkannt wird, desto besser lässt sich gegensteuern.

Warum Tabletten allein nicht reichen
Antihistaminika lindern wirksam – bekämpfen aber nur die Symptome. Einen Etagenwechsel verhindern sie nicht. Wirksamer sind Kortison-Nasensprays: Sie hemmen die allergische Entzündung direkt an der Nasenschleimhaut und können so verhindern, dass diese in die Bronchien absteigt. Aktuelle Leitlinien empfehlen sie als Mittel der ersten Wahl bei allergischem Schnupfen. Die Hyposensibilisierung ist die einzige Therapie, die an der Ursache ansetzt. Das Immunsystem gewöhnt sich schrittweise an das Allergen – per Spritze oder Tablette. Die Therapie dauert drei Jahre, bringt aber in drei von vier Fällen dauerhafte Besserung. Bester Startzeitpunkt: Herbst oder Winter.

Wenn sich bereits Asthma entwickelt hat
Hat sich ein allergisches Asthma entwickelt, bilden inhalative Kortikosteroide den Grundpfeiler der Dauertherapie. Sie hemmen die chronische Entzündung in den Bronchien und verringern Häufigkeit und Schwere von Asthmaanfällen. Die genaue Behandlung legt der Arzt individuell fest.

Wann zum Arzt?
Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn:
- die Beschwerden trotz Selbstbehandlung nicht nachlassen
- Husten, Atemnot oder Engegefühl hinzukommen
- Antihistaminika nicht mehr ausreichen
- der Heuschnupfen Schlaf oder Konzentration beeinträchtigt

Ein Pricktest oder Bluttest klärt, welche Allergene die Beschwerden auslösen – die Grundlage für eine gezielte Therapie.

Die gute Nachricht
Asthma ist heute sehr gut behandelbar. Die meisten Betroffenen leben mit der richtigen Therapie weitgehend beschwerdefrei. Wer seinen Heuschnupfen ernst nimmt und frühzeitig ärztlichen Rat sucht, schützt damit auch seine Lunge.

Bild: Debeka/KI 

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