
Pfingsten muss ich immer an eine Predigt meines Pfarrers in der Christophorus-Kirche in Berlin-Friedrichshagen denken. Damals, kurz nach der Deutschen Einheit, war ein Begriff wie „Mindesthaltsbarkeitsdatum“ noch neu für uns im Osten. Der Pfarrer griff es in seiner Pfingstpredigt auf und fragte eben, wie das Mindesthaltsbarkeitsdatum des Heiligen Geistes sei.
Eine merkwürdige Frage? Damals fand ich das so, am Tag, an dem man der Ausgießung des Heiligen Geistes feiert. Man feiert, wie in der Apostelgeschichte 2 beschrieben, dass der Heilige Geist die Jünger Jesu 50 Tage nach Ostern erfüllt hatte. Dadurch erhielten sie den Mut und die Sprachkraft, die Botschaft des Christentums in die Welt zu tragen, weshalb Pfingsten auch als „Geburtstag der Kirche“ gilt.
Damals, kurz nach der Wende, hatte die evangelische Kirche in der DDR an vielen Stellen Mut und Sprachkraft bewiesen. Doch heute? Da ist das Mindesthaltsbarkeitsdatum des Heiligen Geistes in der Kirche so selten wie eine Perle in einer Miesmuschel. Mut und Sprachkraft, die vermissen immer mehr Menschen in der, in ihrer Kirche, kritisieren die massiv oder – noch schlimmer – verlassen sie. Ich hoffe, sie brechen nur mit der Institution Kirche, nicht mit den christlichen Werten, auf die unsere Gesellschaft ja noch immer baut. Ob es uns gelingt, wieder Mut und Sprachkraft zu gewinnen – inner- und außerhalb der Kirche?
Mut und Sprachkraft – das benötige ich nicht, um mein Frühstück mit der Besten Frau der Welt zu genießen.
Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Pfingst-Frühstück.
Gratulation allen, die heute Namenstag haben: Dagmar, Esther
Foto: Pixabay
Morgengruß von Helmut Harff: Der heilige Geist
… wie ist sein Mindesthaltsbarkeitsdatum
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