Die aktuellen Gesundheitsnachrichten mit Michael Weyland

Thema heute: Programm "fit und sicher" für 70+



Seit langem berichten wir an dieser Stelle über die unterschiedlichsten orthopädischen Themen, dabei werden wir seit Jahren auch von Prof. Dr. Joachim Grifka unterstützt. Was ihn besonders auszeichnet ist, dass für ihn ein künstliches Gelenk stets die „Ultima Ratio“, also das letzte Mittel ist.

Mit innovativen Knorpelbehandlungen und Wirbelsäulentherapien ermöglicht er es Patientinnen und Patienten häufig, eine Operation hinauszuzögern oder ganz zu vermeiden. Ist ein Eingriff aber unumgänglich, setzt er auf gezielte Vorbereitung und besonders schonende Operationsverfahren. Doch auch abseits der reinen Orthopädie ist er aktiv, dabei geht es ihm um Vorsorge im weitesten Sinne

Prof. Dr. Joachim Grifka:
Bereits vor einiger Zeit habe ich diverse Patientenbücher verfasst wie den Ratgeber Rücken oder den Ratgeber Hüfte. Ich sehe auch seit langem, wie wichtig Bewegungssicherheit ist. Gerade Menschen mit zunehmendem Alter, also besonders Senioren, haben häufig zu wenig Bewegungssicherheit. Mit meinem Team in der Forschungsstelle habe ich daher nicht nur Trainingseinheiten für Gelenke und Wirbelsäule entsprechend der Ratgeber entwickelt, sondern auch Fitnessprogramme, die bei Senioren auf ausgeglichene Beanspruchung, Kraft, Mobilität und Koordination ausgerichtet sind, um die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit zu fördern.

Neben "topfit" für 30 bis 50 jährige und "fit und gesund" für 50 bis 70jährige hat Prof. Grifka nun auch ein Programm "fit und sicher" für 70+ ausgearbeitet, das gemeinsam mit der LMU (Ludwig- Maximilians-Universität München) durchgeführt wird.

Prof. Dr. Joachim Grifka:
Hierbei geht es auch um die Aktivierung der Hirnaktivität, die neuroplastische Aktivierung, was bisher nicht ausreichend berücksichtigt wurde, aber wesentlich zur Bewegungssicherheit beiträgt. Dieses Programm baut auf meinem Patientenratgeber "fit und sicher" auf. Es gibt einfache Übungen, die uns helfen, ganz nebenbei die Muskulatur zu trainieren und gleichzeitig das Gleichgewicht zu schulen. Ein Beispiel ist der sogenannte Wadenheber. Wechseln Sie beim Zähneputzen ständig zwischen Zehenspitzenstand und Fersenstand. Bei dem Stand auf den Zehenspitzen dann den ganzen Körper strecken, die Schultern nach hinten, den Kopf nach oben. So gibt es einige Übungen, z.T. mit Einbindung der Hirnnerven, die wir ganz einfach täglich nebenbei einflechten können.

Auch in der Wohnung gibt es viel zu tun, um eine Bewegungssicherheit zu schaffen. Das Thema werden wir in Kürze ebenfalls mit Prof. Grifka bearbeiten!

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