Was Fluggäste wirklich nervt

Verhaltensweisen an Bord, die Passagiere auf die Geduldsprobe stellen



Von Hobbyfotografen, die unbedingt das perfekte Fenster-Foto schießen wollen und sich dafür über andere Passagiere lehnen (39 %), bis hin zu ambitionierten Reisenden, die ihre tägliche Schrittzahl während des Fluges erreichen wollen (23 %) – eine neue Studie von Booking.com* zeigt,  welche Verhaltensweisen an Bord Passagiere am meisten frustrieren, und verdeutlicht, wie sehr Reisende unterschiedlicher Meinung darüber sind, was sie in 10.000 Metern Höhe als akzeptables Verhalten empfinden.

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass sich in der Kabine zunehmend eine „Wie-zu-Hause“-Mentalität durchsetzt: Fast die Hälfte (49 %) der Reisenden gibt zu, dass sie sich im Flugzeug nicht anders verhalten als in den eigenen vier Wänden und damit private Gewohnheiten auch dort beibehalten, wo sich viele Menschen den Raum teilen.

Technologie scheint diese Verhaltensweisen noch zu verstärken: Mehr als ein Drittel der Reisenden (34 %) ist der Meinung, dass das Fliegen durch soziale Medien und Streaming störender als je zuvor geworden ist. Als Reaktion darauf ist über die Hälfte (53 %) der Ansicht, dass Fluggesellschaften strengere Regeln rund um die Nutzung von Social Media und Technologien einführen sollten – etwa für das Anschauen von Videos oder Musikhören ohne Kopfhörer, das Fotografieren oder Filmen von Inhalten (51 %), in denen andere Passagiere ohne deren Zustimmung zu sehen sind (44 %), sowie das Aufnehmen von TikTok-Videos an Bord (32 %). Gleichzeitig würden 68 % die Einführung spezieller Ruhebereiche auf Flügen durch die Fluggesellschaften befürworten.

Essen und Geruchsbelästigung: Das Nummer-1-Ärgernis deutscher Fluggäste


Ganz oben auf der Liste der größten Nervfaktoren an Bord steht für deutsche Reisende eine ganz bestimmte Unsitte: Stark riechendes oder besonders kleckeranfälliges Essen im Handgepäck. Vier von zehn Befragten (40 %) fühlen sich davon am meisten gestört. Besonders kritisch wird alles gesehen, was schon beim Auspacken olfaktorisch auf sich aufmerksam macht: An der Spitze der selbst mitgebrachten Verpflegung, die als besonders störend empfunden wird, liegen geruchsintensiver Käse und Aufschnitt (46 %), dicht gefolgt von knoblauchlastigen Speisen (42 %). Ebenfalls weit vorne dabei sind belegte Brote mit Fisch oder Leberwurst (30 %), beliebte Fast-Food-Klassiker wie Döner oder Currywurst (27 %) sowie hartgekochte Eier (16 %).

Darüber hinaus geben 76 % der Befragten an, dass Komfort für sie an Bord oberste Priorität hat – insbesondere auf Langstreckenflügen. Booking.com hat sich näher angeschaut, welche Flugziele dieses Jahr laut der eigenen Suchdaten der Plattform** besonders an Beliebtheit gewonnen haben: Dabei liegt Hanoi als Langstreckenflug mit einem Zuwachs der Suchanfragen von 68 % im Vergleich zum Vorjahr auf Platz 1, gefolgt von den europäischen Klassikern Alicante (+34 % im Jahresvergleich), Málaga (+28 % im Jahresvergleich), London (+23 % im Jahresvergleich) und Faro (+16 % im Jahresvergleich).

Während manche Verhaltensweisen an Bord recht harmlos sind, sorgen andere bei Passagieren zunehmend für Frustration. Fast die Hälfte (49 %) würde es vorziehen, höflich darauf hinzuweisen, wenn sie sich gestört fühlen. Nur 14 % würden störendes Verhalten stillschweigend hinnehmen. Rund jeder Zehnte (11 %) wiederum gibt zu, dass er stattdessen nonverbal reagieren und auf einen missbilligenden Blick, ein tadelndes Schnalzen mit der Zunge oder ein Seufzen zurückgreifen würde.

Wenn es um schlechte Manieren über den Wolken geht, zeigt sich noch ein anderes spannendes Bild: Am häufigsten wird Gen Z genannt (27 %) – und zwar deutlich häufiger als jede andere Generation. Besonders auffällig ist dabei, dass die jüngsten Befragten dieses Urteil sogar selbst am häufigsten fällen: 34 % der Gen Z sagen, dass ihre eigene Generation an Bord die schlechtesten Manieren hat. Die Babyboomer wirken dagegen am entspanntesten: Fast die Hälfte von ihnen (48 %) ist der Meinung, dass keine Generation im Flugzeug besonders negativ auffällt.

Benimm-Expertin Carolin Lüdemann: So funktioniert moderne Fliegeretikette


Um den Umgang mit diesen sich wandelnden Normen zu erleichtern, hat sich Booking.com mit der Benimm-Expertin Carolin Lüdemann zusammengetan, um die derzeit am meisten diskutierten Verhaltensweisen an Bord einzuordnen – und dabei darauf einzugehen, was akzeptabel ist und was Reisende eher bleiben lassen sollten.

Carolin Lüdemann, Benimm-Expertin für Booking.com, sagt: „Fliegen war schon immer ein gemeinschaftliches Erlebnis. Aber was wir jetzt beobachten, ist die Entwicklung dahingehend, dass Menschen Flugzeuge eher wie ihren persönlichen Raum behandeln. Komfort ist wichtig, besonders auf längeren Reisen, aber er sollte niemals auf Kosten der Mitmenschen gehen. Manchmal sind es gerade kleine Gewohnheiten an Bord, die den größten Unterschied ausmachen – sei es, dass man sich seine Yoga-Übungen für das Terminal aufhebt, statt sie im Flugzeug zu machen, seinen Sitznachbarn nicht in die eigenen TikTok-Videos einbezieht oder die Kabine als Gemeinschaftsraum und nicht wie das eigene Wohnzimmer behandelt. Ein wenig mehr Selbstwahrnehmung in 10.000 Metern Höhe kann viel bewirken.“

Rangliste: Die 10 nervigsten Verhaltensweisen von Passagieren
- Stark riechendes oder kleckeranfälliges Essen mit an Bord bringen (40 %)
- Sich über andere lehnen oder ihnen zu nahe kommen, um ein Foto zu machen oder aus dem Fenster zu filmen (39 %)
- Ohne Kopfhörer Videos ansehen oder Musik hören (32 %)
- In den Social-Media-Videos und -Fotos anderer Passagiere auftauchen (26 %)
- Sich an Bord die Nägel pflegen, z. B. lackieren, schneiden oder feilen (26 %)
- An Bord barfuß unterwegs sein (26 %)
- Den Gang auf und ab gehen, um ein tägliches Schrittzahl- oder Fitnessziel zu erreichen (23 %)
- Während des Flugs Aufnahmen für Social Media oder TikToks machen (23 %)
- Zahnseide benutzen (18 %)
- Dehn- oder Yoga-Übungen im Gang oder Kabinenbereich machen (17 %)

„Die Art und Weise, wie wir fliegen, verändert sich”, so Norman Ladig, Regional Manager D-A-CH bei Booking.com. „Dinge, die Menschen auf Flügen stören könnten, beschränken sich nicht mehr nur auf Mitreisende, die ihren Sitz zurücklehnen oder gleich nach der Landung aufspringen und den Gang blockieren – es gibt eine ganze Reihe neuer ungeschriebener Regeln, die das heutige Fliegen prägen. Bei Booking.com ist es unser Ziel, jeden Aspekt einer Reise einfacher zu gestalten, und wir hoffen, dass die Erkenntnisse aus der Umfrage sowie die Tipps unserer Expertin dazu beitragen, das Bewusstsein für einen rücksichtsvollen Umgang miteinander zu stärken. Denn oft sind es schon kleine Gesten der Rücksichtnahme, die für alle zu einem entspannten Flugerlebnis beitragen."

Egal, ob man beim Fliegen Fan von Noise-Cancelling-Kopfhörern ist, oder gerne seine eigenen Snacks mitbringt – bei Booking.com gibt es für jeden Reisenden den passenden Flug.

* Die Online-Umfrage wurde vom 5. bis 9. Juni 2026 von Opinium durchgeführt. Stichprobe: 1.000 erwachsene Deutsche ab 18 Jahren, die im vergangenen Jahr einen internationalen Flug unternommen haben.
** Flugsuchanfragen auf Booking.com von Reisenden in Deutschland auf Booking.com zwischen dem 01.01.26 und dem 30.06.26 für Flüge zwischen dem 01.07.26 und dem 15.09.26

Foto: Pixabay

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