Wenn Wetterextreme Schmerzen verstärken

Darauf sollten chronisch Erkrankte bei Hitze und Wetterumschwüngen achten



(djd). Extreme Wetterbedingungen nehmen im Zuge des Klimawandels auch in unseren Breitengraden zu. Bei Hitzewellen und plötzlichen Wetterumschwüngen wächst bei vielen Familien die Sorge um Eltern, Großeltern oder Angehörige mit chronischen Erkrankungen. 

Große, lang anhaltende Hitze belastet den Kreislauf, entzieht dem Körper Flüssigkeit und kann bestehende Beschwerden verstärken. Doch auch bei plötzlichen Wetterwechseln klagen viele Betroffene über Wetterfühligkeit. Viele berichten dann über stärkere Schmerzen, ausgeprägte Müdigkeit oder eine geringere Belastbarkeit. Wie sich hohe Temperaturen auf chronische Erkrankungen auswirken können, zeigt das Beispiel Parkinson. „Die Hitze setzt mir seit meiner Erkrankung stärker zu“, berichtet Christian Schmidt-Heisch, Gründer des Vereins Parkinson Pate, der selbst mit der Krankheit lebt. „Ich bin schneller erschöpft, selbst einfache Aufgaben fallen schwerer. Besonders belastend ist, dass auch der Schlaf leidet und dadurch zusätzliche Energie im Alltag fehlt.“

Veränderungen ernst nehmen


Bei Hitzeperioden, aber auch bei Wetterumschwüngen sollten Betroffene – und auch Angehörige – aufmerksam beobachten, wie sich das Befinden verändert. Wer eine deutliche Verschlechterung bemerkt, sollte dies mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprechen. So sollten etwa Menschen mit Parkinson oder chronischen Schmerzen klären, ob das Therapie- beziehungsweise Schmerzmanagement oder die Medikation angepasst werden sollten, denn bestimmte Medikamente können Einfluss auf den Flüssigkeitshaushalt oder die Temperaturregulierung des Körpers haben. Mehr Informationen zum Umgang mit chronischen Schmerzen gibt es auf Portalen wie www.schmerz-spezialisten.de. „Da extreme Wetterereignisse künftig voraussichtlich häufiger auftreten werden, sollte dem Management hitzebedingter Symptome zum Beispiel im Rahmen der routinemäßigen Versorgung mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden“, betont Prof. Dr. Lars Timmermann, Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Marburg und Präsidiumsmitglied der Deutschen Hirnstiftung.

Auch kleine Maßnahmen können viel bewirken

Nicht jede Hilfe ist aufwendig. „Es gibt einige einfache Maßnahmen, mit denen Betroffene die Auswirkungen hoher Temperaturen auf ihre Erkrankung reduzieren können“, so Timmermann. Ausreichendes Trinken gehört ebenso dazu wie schattige oder klimatisierte Aufenthaltsorte, Ventilatoren, kühle Duschen oder Kühlpacks. Auch körperliche Aktivitäten sollten möglichst in die kühleren Stunden verlegt werden. Wer auf die Warnsignale seines Körpers achtet und ein paar Verhaltensänderungen bei Hitze und anderen Wetterereignissen vornimmt, kommt meist besser durchs Jahr.

Foto:
djd/Boston Scientific

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