Was nach der Hochzeit im Schrank bleibt

... ist ein Hochzeitsanzug, der nicht mit der Hochzeit endet



Die Hochzeitssaison reicht bis in den Herbst. Wer heiratet oder eingeladen ist, kauft einen Hochzeitsanzug, für viele Männer der formellste Kauf des Jahres. Danach bleibt der Anzug im Schrank. 

Das Problem ist nicht das Kleidungsstück, sondern dass es für einen einzigen Tag ausgesucht wird. Beide Teile können ein zweites Leben haben: das Sakko über einer anderen Hose, die Hose zu Strick oder Hemd. Aber das entscheidet sich beim Aussuchen von Stoff, Farbe und Details, nicht am Tag nach der Hochzeit.

Gianluca Vacchi trug keinen Hochzeitsanzug, als er auf seinem Anwesen bei Bologna fotografiert wurde. Sein Look zeigt den Endpunkt: ein rosa Leinen-Sakko im Zweireiher, maßgefertigt von Hockerty, offen, über seiner eigenen hellen Hose. Separat kombiniert und ohne Krawatte.

Drei Regeln, die vor dem Kauf gelten, nicht danach

Den Anzug aussuchen, die Teile einzeln denken. Die Frage ist nicht nur, ob Sakko und Hose am Hochzeitstag zusammen funktionieren, sondern ob jedes der beiden später auch allein trägt.

Stoff und Farbe für das zweite Leben wählen. Das heißt nicht, im Neutralen zu bleiben: Vacchis Rosa beweist das Gegenteil. Entscheidend ist, dass Stoff und Farbe auch außerhalb des Zeremonien-Codes tragen. Leinen hilft, weil es sich als Saisonteil liest und nicht nur als Zeremonienstoff.

Details nicht nur für die Zeremonie wählen. Revers, Knöpfe, Taschen und Länge entscheiden, ob Sakko und Hose allein lesbar bleiben. Nach Maß fallen diese Entscheidungen, bevor der Stoff geschnitten wird.

Bei Hockerty wählt der Kunde Stoff, Farbe, Schnitt und Details jedes Kleidungsstücks. Die Entscheidungen über das zweite Leben der Teile fallen damit bei der Konfiguration, nicht nach der Hochzeit.

Die Marke fertigt auf Bestellung, ohne Ladengeschäft und ohne Lager. Ein Hochzeitsanzug beginnt bei 279 Euro, ein Leinen-Sakko bei 179 Euro. Die Maße werden aus einem digitalen Körperprofil berechnet: Größe, Gewicht und Alter. Der Kunde kann jedes Maß an einem 360-Grad-Avatar prüfen und korrigieren, bevor der Stoff geschnitten wird.

Foto: Laura Chapman für XMAG #66

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