
(djd). Steigende Kosten, Fachkräftemangel, unbesetzte Ausbildungsplätze und Bürokratie: Für Handwerksbetriebe gibt es genug Herausforderungen. Wenn der Inhaber zugleich Meister, Buchhalter und Chef ist, kostet das Tippen von Angeboten oder die Verwaltung von Stellenausschreibungen wertvolle Zeit – und im schlimmsten Fall Aufträge oder Bewerber.
Digitalisierung kann hier zum praktischen Werkzeug werden, indem sie wiederkehrende Abläufe automatisiert und Freiräume schafft. Tatsächlich sehen viele Handwerksunternehmen die Digitalisierung als Chance – knapp die Hälfte der Unternehmen gibt in einer Bitkom-Studie aus dem Jahr 2025 jedoch an, Schwierigkeiten bei der Bewältigung zu haben. Wie kommt ein kleiner Betrieb an passende digitale Lösungen – und wie lassen sie sich finanzieren?
Drei Schritte auf dem Weg zur Förderung
Unterstützung bietet etwa der ERP-Förderkredit Digitalisierung der KfW. Ein kostenloser Digitalisierungs-Check kann als Startpunkt für die Förderung dienen und ist online in wenigen Minuten absolviert. Das Resultat zeigt, wo der Betrieb beim Thema Digitalisierung steht, gibt konkrete Empfehlungen und liefert Beispiele anderer Firmen als Anregung für weitere Schritte. Anschließend entscheidet das Unternehmen, welche Maßnahmen es umsetzen möchte und beantragt den Förderkredit bei der Hausbank. Wichtig: Der Antrag muss gestellt werden, bevor das Vorhaben beginnt. Für viele Vorhaben ist auch ein Zuschuss bis 200.000 Euro möglich. Mehr dazu erfährt man auf den Infoseiten der KfW oder im Infocenter unter Telefon 0800-5399001.
Kein Mindestkreditbetrag
Es gibt keinen Mindestkreditbetrag, das macht den Einstieg auch für kleinere Unternehmen leichter. Ein neuer Laptop, eine bessere Software, eine KI-Weiterbildung: Von einfachen bis zu komplexeren Digitalisierungsvorhaben ist vieles förderfähig. Insgesamt gibt es drei Förderstufen. Je digitaler das Vorhaben ist, desto höher ist die Stufe und desto besser sind die Konditionen. Die Unternehmensgröße spielt dabei keine Rolle.
Beispiel für förderfähige Digitalisierung
Ein förderfähiges Digitalisierungsprojekt wäre etwa die Anschaffung eines KI-Voice-Agenten. Entsprechende digitale Helfer können rund um die Uhr wiederkehrende Fragen von Bewerberinnen und Bewerbern beantworten. Zum Beispiel: Wie sind die Arbeitszeiten? Wie läuft die Bewerbung ab? Was zeichnet das Unternehmen aus? Für einen Handwerksbetrieb bedeutet das: bessere Erreichbarkeit im Recruiting und weniger Standardanfragen für die Geschäftsführung, kurz: weniger Verwaltungsaufwand und größere Chancen, Ausbildungsplätze zu besetzen. Die KfW hat das Unternehmen HR-Werkstatt bei der Entwicklung eines solchen Agenten mit einem Kredit unterstützt.
Foto: djd/KfW/AdobeStock/Kzenon
Handwerk trifft Digitalisierung
Finanzielle Förderung erleichtert Betrieben den Schritt ins Digitale
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