
Es knackt schon beim ersten Biss, dann kommen Saft, Süße und ein Hauch Säure. So schmeckt der Herbst – ganz einfach ohne aufwändiges Rezept. Denn jetzt haben heimische Äpfel ihren großen Auftritt: als Snack beim Spaziergang, in feinen Spalten auf dem Käsebrot oder noch warm unter einer knusprigen Streuseldecke.
Das Lieblingsobst der Deutschen macht es allen leicht, die neue Jahreszeit zu mögen, es ist gesund und unendlich vielfältig. 1.000 gute Gründe, sich Wissenswertes rund um den heimischen Apfel einmal genauer anzuschauen.
Wer beim Einkauf unterschiedliche Sorten wählt, entdeckt immer wieder andere Nuancen. Gala ist mild und süß, Elstar bringt eine lebhafte Säure mit. Braeburn überzeugt mit festem Fruchtfleisch und einem süß-säuerlichen Aroma. Es lohnt sich also ein kleiner Geschmackstest: drei oder vier Sorten aufschneiden, gemeinsam probieren, Favoriten küren.
Auch im Anbau folgt eine Sorte auf die nächste. Bei Dirk Schwichtenberg in Rheinbach-Flerzheim nahe Bonn beginnt die Ernte in der Regel Ende August oder Anfang September. Auf frühe Äpfel wie Delbarestivale folgen unter anderem Elstar, Gala und Rubinette. Später sind Pinova und Evelina an der Reihe, den Abschluss macht Braeburn. Den genauen Takt gibt das Wetter vor.
„Der Herbst schmeckt bei uns jede Woche ein bisschen anders. Wir ernten die Sorten nacheinander – jede bekommt ihre Zeit“, sagt der Obstbauer, der den Betrieb gemeinsam mit seinem Sohn Leon führt.
So ein Apfel hat schon jede Menge Aufmerksamkeit und Pflege bekommen, ehe er im Einkaufskorb landet: Gleich nach der Ernte beginnt der Baumschnitt für die nächste Saison. Im Frühjahr übernehmen Bienen die Bestäubung; Frostnächte können jetzt einen Teil der Blüten gefährden. Tragen die Bäume zu viele Früchte, wird ausgedünnt. Im Sommer werden dabei auch beschädigte Äpfel entfernt. Damit im Herbst die Qualität stimmt, ist die Monate davor also viel Arbeit nötig.
Bei der Ernte ist dann Fingerspitzengefühl gefragt. Die Bäume bleiben mit etwa drei bis dreieinhalb Metern bewusst klein, damit viele Früchte vom Boden aus erreichbar sind. Jeder Apfel wird von Hand gepflückt. Früher trugen die Pflückenden die frisch geernteten Äpfel zu den Großkisten, heute übernehmen Förderbänder vielerorts diese Arbeit. „Ein guter Apfel ist das Ergebnis eines ganzen Jahres Arbeit. Bei der Ernte zählt dann jeder Handgriff, denn Druckstellen verzeiht die Frucht nicht“, erklärt Schwichtenberg.
Auch Äpfel mit kleinen Makeln werden weiterverwendet. Je nach Art des Makels gehen sie in die Saftproduktion oder werden als unperfekte Äpfel im Supermarkt verkauft. Denn Äpfel mit kleinen Fehlern schmecken genauso gut wie ihre perfekten Kollegen. Ein großer Teil der geernteten Tafeläpfel zieht zunächst ins Kühllager. Dort bremst eine sauerstoffarme Atmosphäre zusammen mit niedrigen Temperaturen die Alterung. So lässt sich die heimische Herbsternte noch bis ins Frühjahr genießen.
Aber jetzt im Herbst gehören sie natürlich frisch auf den Tisch: als dünne Scheiben zu Roter Bete und Walnüssen in einem einfachen Salat, kurz gebraten zu Ofengemüse, als Bratapfel mit Ziegenkäse oder im Crumble mit Zimt. Und für unterwegs bleibt der Apfel einfach der Lieblingsbegleiter für eine schnelle, köstliche und gesunde Stärkung.
Foto: Pixabay
Knackig durch den Herbst: Der Apfel als saisonaler Lieblingsbegleiter
Kaum ein regionales Obst wird hierzulande so viel gegessen wie der Apfel
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