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Gesundheitstourismus als neues Standbein für Dresden

TOP Gesundheitsforum für stärkere Vernetzung von Medizin, Hotellerie, Kultur und Tourismus



Dresden verfügt über hervorragende Voraussetzungen, den Gesundheitstourismus als zusätzliches touristisches Geschäftsfeld weiterzuentwickeln. Beim TOP Gesundheitsforum, das diese Woche in Dresden stattfand, wurde deutlich, dass dafür viele Angebote bereits vorhanden sind.

Was noch fehlt, ist allerdings eine deutlich stärkere Vernetzung zwischen den jeweiligen medizinischen Einrichtungen, der Hotellerie, Tourismus, Kultur und der entsprechenden Veranstaltungswirtschaft.

Das TOP Gesundheitsforum brachte anlässlich des am Sonntag stattfindenden Welttourismustags Vertreterinnen und Vertreter aus diesen Branchen zusammen und so waren beispielsweise für den Tourismusverband Dresden (TVDD) e.V. neben dem Vorsitzenden Sebastian Klink auch Stephan Becker als Sprecher der Dresdner Hotelallianz mit auf den verschiedenen Podien. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die international anerkannte medizinische Kompetenz Dresdens stärker für den Tourismus genutzt werden kann. Dabei handelt es sich sowohl um Patientinnen und Patienten, die für ihre jeweiligen Behandlungen und deren Nachsorge nach Dresden kommen, als auch um medizinische Kongresse, Tagungen und Fachveranstaltungen. 

Sebastian Klink als Verbandsvorsitzender, aber auch als Generaldirektor des Bilderberg Hotels Dresden, konstatiert vor allem bei medizinischen Kongressen weiteres Potenzial für Dresden, „das es zu heben gilt“. „Kongressgäste sorgen für Übernachtungen und zusätzliche Umsätze in Gastronomie, Einzelhandel, Kultur und Freizeitwirtschaft. Gleichzeitig lernen viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer die sächsische Landeshauptstadt erstmals in diesem beruflichen Zusammenhang kennen. Als Destination müssen wir gegenüber den jeweiligen Veranstaltern noch deutlicher machen, dass wir die notwendigen Rahmenbedingungen, das Netzwerk und die entsprechende Infrastruktur für ihrem Kongress haben. Gerade bei medizinischen Veranstaltungen müssen wir die bestehenden Möglichkeiten gemeinsam mit den relevanten Institutionen so gut wie möglich ausschöpfen“, sagt Klink.

Große medizinische Kongresse werden, so die Erfahrung, häufig mehrere Jahre im Voraus geplant. Nach Einschätzung Klinks liegt der Vorlauf bei großen Fachkongressen oftmals bei drei bis vier Jahren, während es bei größeren Veranstaltungen in Hotels häufig neun bis 24 Monate und bei kleineren Formaten drei bis sechs Monate sind. Für Dresden bedeutet dies, einen langen Atem zu beweisen, Kongressveranstalter aktiv anzusprechen und frühzeitig aufzuzeigen, welche Infrastruktur, Locations, Dienstleistungen und Rahmenprogramme die Stadt bieten kann.

Stephan Becker als Sprecher der Dresdner Hotelallianz verweist in diesem Zusammenhang auf den starken Wettbewerb mit anderen deutschen, aber eben auch anderen renommierten europäischen Kongressstandorten. „Für den Organisator eines Kongresses muss es so einfach und logisch wie möglich sein, sich für Dresden zu entscheiden. Das betrifft die Veranstaltungslocation genauso wie das Rahmenprogramm und die Unterstützung durch die Dienstleister vor Ort“, so Becker. "Aus Sicht der Hotellerie könne Dresden dabei mit seinen sehr kurzen Wegen und einer engen Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren punkten. Diese Stärke müsse im Kongressbereich noch deutlicher sichtbar werden. Medizinische Einrichtungen, Hotels, Kulturangebote und touristische Leistungen liegen häufig nah beieinander. Ebenso wichtig sind aber auch die kurzen Kommunikationswege zwischen den beteiligten Unternehmen und Institutionen. Unabhängig davon ist vieles selbst innerhalb der Stadt noch zu wenig bekannt. Wir müssen die einzelnen Leistungsträger besser miteinander verbinden und daraus Angebote entwickeln, die für Patienten einfach nutzbar und buchbar sind“, so Becker.

"Neben dem Kongressgeschäft bietet aber gerade auch der medizinisch motivierte Aufenthalt große Chancen für Dresden und die Region. Die Stadt verfügt über Universitäten, Spezialkliniken, medizinische Fachkräfte und spezialisierte Gesundheitsangebote. Dieses Potenzial werde bislang aus Sicht der Tourismusbranche jedoch noch zu wenig gemeinsam vermarktet. Behandlungen und anschließende Nachsorge können mit längeren Aufenthalten verbunden sein. Für Patientinnen und Patienten sowie ihre Begleitpersonen entstehen damit zusätzliche Anknüpfungspunkte für Hotellerie, Gastronomie, Kultur, Shopping und Ausflüge in die Region,“ ergänzt Anne Schwarz, Vorstandsmitglied des TVDD und Organisatorin von Opernreisen und Events.

Auch die Dresden Marketing GmbH sieht im Gesundheitstourismus Chancen für die weitere Entwicklung der Destination Dresden Elbland. „Das Thema Gesundheitstourismus ist eines der Megatrendthemen. Wir können hier insbesondere im Bereich Slow Travel punkten und Kunst, Kultur, Natur, aber auch die gesundheitlichen Angebote viel besser miteinander vernetzen, für unsere Kunden und Gäste sichtbar machen und idealerweise auch buchbar machen“, ergänzt Corinne Miseer, Geschäftsführerin der Dresden Marketing GmbH. Entscheidend ist aus ihrer Sicht, dass die einzelnen Partner ihre Angebote und Ideen stärker miteinander teilen. Nur wenn bekannt ist, welche Leistungen vorhanden sind, können daraus gemeinsame Geschichten, Angebote und Vermarktungsmaßnahmen entstehen.

Dresden und das Umland verfügen bereits über zahlreiche Möglichkeiten, Gesundheitsaufenthalte mit touristischen Erlebnissen zu verbinden. Das Deutsche Hygiene-Museum verbindet beispielsweise medizinische und gesellschaftliche Themen mit einem ganzjährigen Kulturangebot und verfügt zugleich über ein professionelles Tagungszentrum. Die aktuelle Ausstellung „Wie geht’s?“ beschäftigt sich mit mentaler Gesundheit und setzt auf interaktive und niedrigschwellige Vermittlungsformen. Auch die Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen bieten Möglichkeiten, Kultur, Bewegung und Erholung miteinander zu verbinden. Gesundheitsnahe Angebote wie Yoga in historischen Anlagen, ganzjährige Kulturangebote und saisonverlängernde Formate können zusätzliche Anlässe für Aufenthalte schaffen. Für den Tourismus ist vor allem die Kombination bestehender Leistungen interessant. Museumsbesuch, Kulturveranstaltung, Ausflug in die Sächsische Schweiz, Schifffahrt im Elbtal sowohl Richtung Tschechien als auch elbabwärts bis nach Meißen sowie Gastronomie und Hotellerie können ergänzende Bausteine eines Aufenthalts sein.

Das TOP Gesundheitsforum hat gezeigt, dass der Gesundheitstourismus nicht als isoliertes Segment betrachtet werden kann. Medizinische Einrichtungen, Kliniken, Veranstalter, Hotels, Kulturinstitutionen und touristische Dienstleister müssen ihre Angebote noch besser kennen und gemeinsam weiterentwickeln. Gerade für einen ganzjährig erfolgreichen Tourismus bietet dieses Geschäftsfeld zusätzliche Chancen. Medizinische Behandlungen und Kongresse sind weniger stark an klassische Ferienzeiten gebunden und können damit auch in nachfrageschwächeren Monaten zusätzliche Übernachtungen und entsprechende Umsätze generieren. Für den TVDD liegt deshalb ein Schwerpunkt auf der stärkeren Vernetzung der beteiligten Akteure. Das TOP Gesundheitsforum hat dafür einen wichtigen Ausgangspunkt geschaffen. „Wir haben in Dresden viele der notwendigen Bausteine bereits vor Ort. Entscheidend ist jetzt, daraus weiter und konsequent konkrete Angebote zu entwickeln, die medizinische Kompetenz, touristische Qualität und die besonderen Möglichkeiten unserer Stadt miteinander verbinden“, so Klink weiter.

Der Tourismusverband Dresden sieht insbesondere bei medizinischen Kongressen, längeren Gesundheitsaufenthalten und gemeinsam entwickelten Angeboten gute Möglichkeiten, zusätzliche Nachfrage für Dresden zu erschließen. Voraussetzung ist, dass die vorhandenen Kompetenzen sichtbar werden und die beteiligten Partner dauerhaft miteinander im Austausch bleiben. „Wir als TVDD freuen uns daher besonders, dass der Präsident des Marketingclubs Dresden e.V. und Roland Hess, Verleger des Dresdner TOP-Magazins sowie des Magazins TOP Gesundheitsforum, bereits heute an der Fortsetzung des neuen Formats im nächsten Jahr arbeiten“, so Klink abschließend.

Foto: meeco Communication Services

 


Veröffentlicht am: 28.09.2026

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