Grüne Geheimnisse am Stadtrand

Warum sich ein Abstecher zu Halberstadts verborgenem Landschaftspark jetzt lohnt



(djd). Verschlungene Pfade führen durch blühende Wiesen und dichte Wälder, zu einer versteckten Grotte, einem prunkvollen Mausoleum und zwei Aussichtstürmen mit Fernblick über das nördliche Harzvorland: Der historische Landschaftspark Spiegelsberge liegt auf einem kleinen Höhenzug am südlichen Stadtrand von Halberstadt. 

In dieser grünen Oase der Ruhe und Erholung erwacht in diesem Sommer ein verborgenes Kleinod zu neuem Leben. Denn mit dem Jagdschloss Spiegelsberge aus dem 18. Jahrhundert wird das bedeutendste Bauwerk der Parkanlagen nach einer behutsamen Restaurierung wiedereröffnet. Während man von seiner Rückterrasse jederzeit einen erhabenen Panoramablick über die charakteristischen Kirchtürme von Halberstadt genießen kann, öffnen sich die Türen des neuen Veranstaltungszentrums im Jagdschloss pünktlich zum Parkfest am 1. August. Dann wird der Landschaftspark zur grünen Bühne für ein Familienfest mit kulinarischen Genüssen, Tanz und Theater, Musik von Klassik bis Pop sowie einer Schwarzlichtshow zum krönenden Finale. 

Ein feinsinniger Freiherr

Das Jagdschloss geht auf den Dichter und Domherrn Ernst Ludwig Christoph Freiherr von Spiegel zurück, der die einst kahlen Hügel vor mehr als 250 Jahren zu einem englischen Landschaftspark gestalten ließ. Heute zählt die Anlage zu den „Gartenträumen Sachsen-Anhalt“, einem Netzwerk der schönsten historischen Parks des Landes. Der feinsinnige Freiherr stand dem Dichterkreis der Weimarer Klassik um Goethe und Schiller nahe. Er war ein enger Freund des Halberstädter Sammlers Johann Wilhelm Ludwig Gleim, der die größte Dichter-Porträtgalerie der deutschen Aufklärung zusammentrug. Das Museum Gleimhaus in Halberstadt präsentiert dessen „Freundschaftstempel“ als einen frühen Facebook-Vorläufer. Dagegen beherbergt der Keller unter dem Jagdschloss Spiegelsberge ein legendäres Riesenweinfass: Es ist eines der ältesten seiner Art weltweit und kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Unter www.halberstadt.de sind auch geführte Wanderungen und interaktive Tourenplaner zu finden.

Klosterwanderweg und steile Klippen

Direkt am Jagdschloss führt der Harzer Klosterwanderweg vorbei, der auf 116 Kilometern bedeutende Klosterorte zwischen Goslar und Halberstadt verbindet. Die Route eröffnet faszinierende Einblicke in die Kulturgeschichte des Harzes und führt durch abwechslungsreiche Landschaften – von stillen Klostergärten bis zu wilden Flusstälern. Nur wenige Kilometer von den Spiegelsbergen entfernt warten die Klusberge mit ihren markanten Sandsteinformationen. Mystische Orte wie die Teufelskanzel oder die „Fünf Finger“ lassen die Fantasie spielen und machen die Region zu einem Paradies für Wanderer.

Foto: djd/Tourist Information Halberstadt/Stefan Herfurth

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