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Der Mazda 3 Turbo

... Power für den schönen Japaner



Der Mazda 3 gilt in einigen europäischen Ländern als japanischer Golf oder als Nippons A-Klasse.

Das bedeutet aber nicht, dass es sich bei ihm um eine Kopie handelt, sondern es bedeutet vielmehr, dass es sich um das einzige japanische Modell der Kompaktklasse handelt, das mit einem Volkswagen Golf oder einer Mercedes-Benz A-Klasse mithalten kann. Im vergangen Jahr konnten mit 9931 Neuzulassungen in Deutschland mehr als doppelt so viele Einheiten wie beispielsweise vom Honda Civic abgesetzt werden.

In den USA verkauft sich der Mazda 3 hingegen nicht so gut. Und ein wichtiger Grund dafür dürfte sein, dass amerikanische Käufer die besonderen Eigenschaften des europäisch orientierten Modells – etwa das Design, die Qualität sowie das feinfühlige Handling – nicht so richtig verstehen. Es handelt sich dabei um das gleiche Phänomen wie beim Golf, der sich in Nordamerika ebenfalls nur schwer absetzen lässt. Den größte Anteil, den man dort auf den Straßen sieht, sind sportliche Varianten wie der GTI oder der Golf R.

Vermutlich hat dieser Umstand Mazda veranlasst, einen Mazda 3 Turbo zu entwickeln und im kommenden Jahr in Nordamerika einzuführen. Den Motor gibt es dort bereits im CX-30: Ein 2,5-Liter-Vierzylinder mit einer Leistung von 250 PS (184 kW) und einem maximalen Drehmoment von 433 Newtonmetern. Allerdings sind das die Zahlen für Nordamerika, wo mit einer hohen Oktanzahl (93 Oktan) getankt wird. Mit niedrigoktanigem Sprit verringert sich die Leistung um gut 20 PS. Aber auch das dürfte auch europäischen Käufern noch gefallen.

Auf unserem Testwagen mit Fließheck sind die Standard-18-Zoll Räder auf Bridegestone-Turanza-Reifen montiert; die optischen Unterschiede zum Standardmodell sind der verdunkelte Kühlergrill, Frontspoiler, Außenspiegel und Heckflügel. Im Interieur gibt es hingegen kaum Veränderungen.

Auf der Straße ist die Leistungsdifferenz zum US-Einstiegsmodell mit 178 PS (131 kW) deutlich spürbar. Insbesondere der Leistungsanstieg des Motors ab 2000 Umdrehungen in der Minute, presst den Fahrer regelrecht in den Sitz. Die Beschleunigung bei Überholmanövern ist nahtlos und linear; Mazda spricht von der Wide-Range-Aufladetechnologie.



Mit Sportfahrwerk und der von Mazda entwickelten G-Vectoring-Technik profiliert sich der Mazda 3 Turbo als so kurvengierig wie spurstabil. Das Handling auf Kies und Laub profitiert vom Allradantrieb. Darüber hinaus geben die straff gepolsterten Sitze sehr guten Seitenhalt. Bei langsamer Fahrt auf schlecht asphaltierten Pisten, wie es sie in Nordamerika zur Genüge gibt, fanden wir sie allerdings etwas zu hart. Kritikwürdig ist auch der tiefe Auspuffklang ab 2000 U/min, der sich unnatürlich laut in den Vordergrund schiebt. Es wäre gut, wenn man ihn beispielsweise für Ortsdurchfahrten stärker unterdrücken könnte.

Der Antrieb des Mazda 3 Turbo ist hochattraktiv, in Bezug auf Bremsen und geschmeidiges Handling fehlen ihm zum Golf GTI allerdings noch ein paar Punkte. Und es wäre gut, wenn es eine elektronische Dämpferverstellung gäbe – und eine Alternative zum Sechs-Stufen-Automaten, etwa eine Handschaltung oder ein Doppelkupplungsgetriebe.

Nach den kompakten Sportmodellen der Vergangenheit wie dem ab 1985 angebotenen 323 Turbo 4WD GT-X oder dem 210 PS starken 1993er 323 GT-R ist es schön, dass Mazda wieder einen starken Kompakten anbietet. Hoffentlich auch einmal in Europa!

Foto: Auto-Medienportal.Net/Kimura Office

 


Veröffentlicht am: 26.11.2020

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