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06.08.2020

 

 


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Morgengruß von Helmut Harff: Ein Satz mit „X“

…. das war nix

Gestern trafen sich Kanzlerin Angela Merkel sowie Agrarministerin Julia Klöckner und Wirtschaftsminister Peter Altmaier – alle von der CDU – mit Vertretern des Einzelhandels und der Ernährungsindustrie im Kanzleramt. Es ging um vermeindlich zu billig angebotene Lebensmittel und faire Geschäftsbeziehungen zwischen Landwirten und Supermärkten.

Wie meine Überschrift schon verrät, heraus gekommen ist nichts, außer einem „dudu“ von Mutter Merkel. Ehrlich, alles andere hätte mich auch gewundert. Gewundert hat mich beispielsweise auch eine Äußerung von Klaus Müller. Der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv) wird mit der Aussage zitiert, viele Verbraucher wünschten sich hohe Standards etwa beim Tierwohl und wären bereit, dafür mehr zu bezahlen. Müller: „Aktuell können sie die Qualität eines Produktes aber kaum erkennen, schon gar nicht am Preis.“ Wenn dem so wäre, warum gibt es beispielsweise in Berlin nicht an jeder Ecke eine Fleischerei, überall Fisch- und Geflügelläden? Warum gibt es nicht überall Bäckereien und Konditoreien, die noch wirklich selber backen und Torten machen?

Es ist ganz einfach – die sind den meisten Menschen zu teuer. Ein Beispiel dazu: Ich saß vor einigen Tagen mit Menschen zusammen, deren Rente sehr deutlich über den Bezügen von Hartz-4-Empfängern lag, die wirklich gute Pensionen beziehen. Die unterhielten sich darüber welchen Wein sie wo kaufen. Nein, man kauft nicht den billigen Wein bei ALDI für 1,99 Euro die Flasche, man kauft den für 2,49 Euro – aber bei ALDI. Das ist die Realität und nicht der Kauf beim Fachhändler.

Mich treiben aber noch andere Fragen um: Wie viele der billig angebotenen Lebensmittel in Supermärkten stammt denn überhaupt von deutschen Bauern? Welchen Anteil an der Situation der Bauern haben die Verarbeiter, die Molkereien, die Schlachthöfe und die Bürokratie - sprich Frau Merkel, Frau Klöckner oder Herr Altmaier?

Ja, und dann sind da die Bauern, die sich gefühlt seit den Bauernkriegen über niedrige Preise, über zu viel Bürokratie (das glaube ich sogar) beklagen und immer wieder auf das Hofsterben verweisen. Ich frage mich, warum es denn überhaupt noch Bauernhöfe gibt.

Komischerweise habe ich bisher noch keinen Bauern darüber klagen hören, dass er ja viele Euro an Subventionen bekommt. Ich habe nicht raus bekommen, welche Hilfen es von wem für welchen Landwirt und in welcher Höhe gibt. Es scheint nur klar, dass jeder Agrarbetrieb im Schnitt etwa 280 Euro pro Hektar an Direktzuschüssen durch die EU erhält. Mal ist auch von 300 Euro die Rede. Stimmt es, dass wir in Deutschland 16,7 Millionen Hektar Agrarfläche haben, bekommen die Landwirte 4.676.000.000 Euro. Oder nochmal so: Wer 10 Hektar Agarfläche besitzt bekommt einfach so 2.800 Euro. Wie gesagt, was da noch an Subventionen und Steuervorteilen gewährt wird, weiß ich nicht, aber da fließen noch sehr viele Millionen.

Und noch einmal zu den Angeboten im Supermarkt: Wenn ich dort 1 Kilo abgepacktes Fleisch kaufe und das brate, dann habe ich zum Schluss noch gut die Hälfte in der Pfanne. Kaufe ich das bei meinem Fleischer des Vertrauens, den ich noch habe, dann ist der Verlust kaum sichtbar. Ich bezahle also die 5,00 Euro nicht für ein Kilo Schweinebraten, sondern eigentlich für 750 Gramm Fleisch und 250 Gramm Wasser. „Richtiger“ Schweinebraten für den Preis von 6,25 Euro wäre dann auch beim Fleischer ein Billigangebot, an dem der Landwirt nur ebenso wenig verdient, wie an dem Supermarktfleisch. Wenn ich nun für meinen Schweinebraten sagen wir 8 Euro bezahle, dann können alle gut leben, das Schwein, sein Züchter, der Schlachthof und der Fleischer. Ich lebe auch besser, denn ich habe ein gutes Stück Fleisch auf dem Teller, das auch schmeckt und ich habe sogar noch ein gutes Gewissen.

Es sind also wir, die Käufer, die es in der Hand haben. Da braucht es keinen Gipfel bei der Kanzlerin – der wieder Steuermittel kostet. Es braucht Genießer, es braucht aber auch Käufer, die rechnen können und die alles andere geil finden, nur eben nicht Geiz. Das heißt nun aber nicht, dass in irgendwelchen Hofläden so ein Schweinebraten 15 Euro das Kilo kosten sollte – doch wenn es ein SUV-Reisender in Sachen Tierwohl bezahlt – warum nicht.

Es zeigt sich, dass die Welt nicht schwarz-weiß ist und es eben keine einfachen Lösungen geben kann, auch wenn sich das immer wieder Akteure wünschen.

Schweinebraten zum Frühstück? Warum nicht, die Beste Frau der Welt und ich lieben das – wenn wir ihn selber gemacht haben.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 04.02.2020

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