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07.08.2020

 

 


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Ein Wort wie ein ganzes Killerargument

Eine Glosse von Peter Schwerdtmann, Auto-Medienportal.Net

Corona hat uns nicht nur zu Homeofficers werden lassen, die Pandemie hat auch alle großen Probleme der Zeit auf Wohnstubenmaß reduziert.

Bevor wir untersuchen, was eigentlich der Verkehrsverzicht für die Umwelt gebracht hat und bevor Fridays for Future neue Bilder für TV-Nachrichten produziert, bringt das Homeoffice jetzt viele Gelegenheiten, neben dem Malbuch der Kinder auch einmal andere Nebensächlichkeiten in den Blick zu nehmen – zum Beispiel das Wort Nachhaltigkeit, dem wieder Stellenwert zugesprochen wird, wo andere sich noch um ihre Stelle sorgen.

Nachhaltigkeit. Dieses Wort hat sich zu einem scharfen Schwert, zu einem wirksamen Schild und zu einem Symbol entwickelt, das jede Diskussion erstickt. Was nachhaltig ist, ist gut. Basta! Was nicht nachhaltig ist, gehört auf den Scheiterhaufen der versäumten Chancen.

Dabei hatten wir den Begriff einmal ganz anders kennengelernt, nämlich bei der Schießausbildung. „Nachhalten!“, schrie der Ausbilder auf der Schießbahn, wenn man nicht „durch den Schuss“ geschaut hatte. Das kennen wir heute auch vom Biathlon, wenn der fünfte Schuss daneben geht. Derselbe Ausbilder hielt auch gern einmal nach, ob seine Befehle so umgesetzt wurden, wie er sich das gedacht hatte. Heute heißt das wohl „Prozessverfolgung“.

Damals hatten auch wir schon etwas von der nachhaltigen Waldwirtschaft gehört, wussten, was damit gemeint war, verstanden den Begriff selbst aber nicht. Und so ist dessen Etymologie bis heute für uns noch nicht selbsterklärend, vermutlich, weil wir vorgeprägt waren (siehe oben). Unserer Verwirrung zum Trotz hat es der Begriff „Nachhaltigkeit“ zum elften Gebot gebracht – gottgegeben, geheimnisvollen Ursprungs, sich der Exegese entziehend, aber politisch korrekt.

Das Wort ist so stark, dass es in der Lage ist, offenkundige Widersprüche zu verdecken. So muss das Elektroauto heute als klassisches Beispiel für Nachhaltigkeit herhalten, obwohl wir für seinen Betrieb der Natur – ganz unnachhaltig – etwas dauerhaft entnehmen, was wir nicht zurückgeben können: Kohle für die Stromerzeugung. Oder: Corona hat uns gelehrt, die weltweiten Lieferketten der Globalisierung abzubauen, obwohl wir damit Hunger und Armut in die Schwellenländer zurückbringen. Nachhaltig?

Das Wort gibt sich sozial verträglich. Und doch spaltet es die Gesellschaft wie die Diskussion zwischen Freunden und Feinden des Verbrennungsmotors. Wer den Begriff Nachhaltigkeit verwendet, polarisiert, stellt an den Pranger, setzt ihn als Totschlag-Wort ein. Vorsicht mit dem Wort ist angebracht, immer.

Foto: Auto-Medienportal.Net

 


Veröffentlicht am: 28.04.2020

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