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Die Lust aufs Radfahren ist ungebrochen

So das Ergebnis einer Gesprächsrunde des pressedienst-fahrrad



(Thomas Geisler | pressedienst-fahrrad) Der Fahrradmarkt scheint sich nach turbulenten Jahren auf einem hohen Niveau zu stabilisieren. Neue Entwicklungen bringen noch weiteren Schwung in den Markt. Um das volle Potenzial besser abrufen zu können, wünschen sich Branchenvertreter bei einer Gesprächsrunde des pressedienst-fahrrad mehr politisches Engagement.

Wenn Thomas Barth vom Fachhandel Fahrradies in Halle auf die diesjährigen Verkaufszahlen von E‑Bikes und Fahrrädern in seinem Geschäft blickt, muss er ein wenig schmunzeln. Traditionell ist der Mai einer der umsatzstärksten Monate, aber genau da ist eine Delle. Den Grund hat Barth schnell ausfindig gemacht: die ungewöhnlich hohe Ansammlung von Feier- und Brückentagen. „Der Freizeitstress hält die Menschen vom Radkauf ab“, meint der Fachhändler. Zwar sei die freie Zeit gut für die Nutzung des Rades, doch mit dem Thema Fahrradkauf setzen sich anscheinend weniger Menschen auseinander. Allerdings trifft das laut Barth nur auf den Mai zu. Im restlichen Jahr ist er mit den Fahrradverkäufen sehr zufrieden – und das, obwohl viele Händlerkolleg:innen bereits 2023 mit Rabattschlachten begonnen hatten. Eine Entwicklung, die Barth nicht mitging: „Wir setzen auf Qualität, guten Service und gute Beratung und konnten unsere Umsätze sogar steigern.“ Customizing, also auf den Kundenanspruch abgestimmte Räder, seien dabei hoch im Kurs gewesen und haben zur Folge, dass seine Lagerhaltung an Kompletträdern, anders als bei manchen Händlerkollegen, überschaubar blieb. Weniger Vororder, mehr Individualisierung, so das Konzept des Fachhändlers, der optimistisch in die Zukunft blickt.

Fahrradbranche normalisiert sich


Wasilis von Rauch, Geschäftsführer beim Verband Zukunft und Fahrrad, zeigt sich mit der aktuellen Marktentwicklung ebenfalls zufrieden: „Die Nachfrage ist stabil. Die Lage normalisiert sich schneller als gedacht. Wir haben keine befürchtete Insolvenzwelle“, so seine Einschätzungen. Wenn man die zwei Corona-Jahre mit extrem guten Verkäufen aus der Verkaufsstatistik nehmen würde, zeige der Markt im Vergleich zu Vor-Corona sogar ein leichtes Wachstum. Als ein Treiber hat sich in den letzten Jahren der Leasing-Markt herauskristallisiert. Dieser entwickele sich laut von Rauch sehr gut. Die Einsparungen durch einen Leasing-Vertrag bringen für viele Seiten Vorteile. Die Kaufinteressierten holen sich hochwertige Räder, die Händler wiederum müssen weniger Rabatte geben. Auch bei den Herstellern zeigt man sich mit den Verkäufen im Jahr 2024 bislang zufrieden. „Die Lust aufs Fahrrad ist ungebrochen“, sagt Jörg Matheis, Chief Communication Officer bei Riese & Müller, und ergänzt: „Wir gehen wieder in einen Normalmodus.“ Rund um den Jahreswechsel 2024/25 rechnet er mit einer Normalisierung der teilweise hohen Lagerbestände.

Leichte E‑Bikes kurbeln Verkäufe an


Als Verkaufstreiber gelten aktuell leichte E‑Bikes. Im sportlichen Bereich etwa E‑Mountainbikes mit Vollfederung und unter 20 Kilogramm Gewicht. „Die Ansprüche an die Performance im Bereich E-Mountainbike sind stark gestiegen. Es gibt eine Erwartungshaltung, dass die Räder für den sportlichen Einsatzzweck auch ausgerüstet sein müssen“, erklärt Philipp Martin, Marketingmanager für Deutschland beim baskischen Hersteller Orbea. Für sportlich versierte Fahrer:innen seien leichte Modelle deutlich überzeugender als schwere Boliden mit großer Akku-Kapazität. Auch im urbanen Umfeld ist das Thema Gewicht bei E‑Bikes im Kommen. „Der Trend geht zu leicht. 20 Kilogramm ist für die Hersteller die Hausmarke“, so Barth. Die Vorteile im Stadtverkehr liegen auf der Hand: Ein leichtes E‑Bike lässt sich einfacher über Treppen tragen als ein Rad mit 25 bis 30 Kilogramm. Somit wird gerade dem Problem einer fehlenden sicheren Parkinfrastruktur für hochwertige Räder in Großstädten Rechnung getragen, da man sein Rad im Keller oder in der Wohnung abstellen kann.

Mehr politisches Engagement gefordert

Eine ungenügende Fahrradinfrastruktur ist generell ein Problem in Deutschland – darin sind sich die Branchenvertreter einig. „Es wäre viel mehr für den Radverkehr möglich, wenn die Rahmenbedingungen besser wären“, sagt Wasilis von Rauch und nennt als positives Beispiel die Situation in Frankreich. Dort werde das Radfahren viel stärker gefördert – nicht nur in Paris, sondern mittlerweile auch in anderen Städten. Sozial angepasste Förderungen beim Fahrradkauf geben dem Radfahren weiteren Rückenwind und stärken die Fahrradwirtschaft. Von Rauch kritisiert, dass der Wirtschaftsfaktor Fahrrad von der deutschen Politik immer noch zu wenig wahrgenommen wird. Politiker:innen würden Räder bislang nur für PR-Maßnahmen nutzen, wenn sie beispielsweise mit Lastenrädern im Wahlkampf vorfahren. Anschließend sei das Thema aber wieder verschwunden. „Die Branche muss aus dieser Ecke raus und man muss die Menschen sensibilisieren, damit man das Fahrrad als Mobilitätslösung zeigt“, so von Rauch. Bislang sei in Deutschland eine „Veränderungsangst“ zu spüren, die bis zum Kulturkampf zwischen Auto und Fahrrad aufgebauscht werde. Jörg Matheis fordert deshalb von der Politik „mehr Schub und mehr Mut. Die Fahrradbranche hat ein wahnsinniges Potenzial – auch wirtschaftlich.“

Leitmesse mit großem Zuspruch

Welchen Stellenwert der deutsche Fahrradmarkt international hat, zeigt sich jedes Jahr in Frankfurt, wenn sich die internationale Fahrradbranche zur Weltleitmesse Eurobike trifft. „Bei E‑Bike-Trends ist Deutschland ein Leitmarkt in Europa. Alle schauen darauf, was hier funktioniert und dann wird es entsprechend auf die Heimatmärkte angepasst“, so Martin. Die Veranstalter freuen sich in diesem Jahr trotz wirtschaftlich schwieriger Situation über eine stabile Buchungslage und eine hohe Nachfrage nach Standplätzen. Wobei Deutschland auch eine Ausnahme darstellt. In anderen europäischen Ländern läuft der Fahrrad- und E‑Bike-Verkauf besser als hierzulande. Deshalb rechnen europäische Fahrradverbände mit einem weiteren Marktwachstum in den kommenden Jahren. Bei der Eurobike sei speziell die Nachfrage von Ausstellern aus Fernost und China groß und zeige, dass sich die Branche nach den Corona-Jahren wieder auf einen Normalbetrieb einstelle, erkennt Dirk Heidrich, Projektleiter Eurobike beim Veranstalter Fairnamic und fasst zusammen: „Es freuen sich alle, sich zu treffen und die aktuellen Themen zu besprechen.“

Foto: www.orbea.com / pressedienst-fahrrad

 


Veröffentlicht am: 11.06.2024

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