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Morgengruß von Helmut Harff: Flieger oder Bahn

... eine schräge Diskussion

Wir wollen mal wieder die Welt retten. Diesmal sind sich verbal Politiker der unterschiedlichsten Couleur darüber einig, dass wir zumindest im Land nicht mehr fliegen sollen.

Die Damen und Herren Volksvertreter wollen uns das Bahnfahren schmackhaft machen und uns so von Inlandsflügen abhalten. Bei manchen klingt auch der Wunsch nach einem entsprechenden Verbot durch.

Es scheint so, als ob man sich weitgehend einig ist, das Bahnfahren billiger zu machen. Doch ist es überhaupt billiger, sich in einen Flieger, sagen wir von Berlin nach München zu setzen, als den ICE zu benutzen?

Ich habe gestern mal recherchiert, was ein Flug, was eine Bahnfahrt von Berlin nach München mit einem Reisegepäckstück zum Handgepäck heute morgen und in einem Monat kosten würde. Die Angaben stammen von der Deutschen Bahn und von Opodo:
Fahrt/Flug am 30.7.2019
Berlin-München ab 5:34 in 5,1 Stunden um 10:43 Uhr in München für 67,90 plus Platzkarte
Flug ab 6:45 in 1,2 Stunden an 8:05 für 78,35 Euro plus 43,63 für ein Gepäckstück

Fahrt/Flug am 30.8.2019
Berlin-München ab 5:34 in 5,1 Stunden um 10:43 Uhr in München für 29,90 plus Platzkarte
Flug ab 6:45 in 1,2 Stunden an 8:05 für 44,01 Euro plus 38,43 für ein Gepäckstück

Zumindest bei diesem Beispiel  ist die Bahn deutlich billiger als der Flieger. Und wie ist das mit der Zeit. Selbstverständlich fliegt man schneller. Doch man soll ja mindestens 1,5 Stunden vor Abflug am Flieger sein. Dazu kommt am Ziel das Warten auf das Gepäck. Je nach dem, wo man genau hin will, kann sich die längere Bahnfahrzeit sogar noch mehr relativieren.

Wieso kommen nun Politiker auf die Idee, die Mehrwertsteuer auf Bahntickets zu senken? Aus reinem Populismus. Denn, es ist nicht in erster Linie der Fahrpreis, der viele vom Bahnfahren abhält. Es ist vielmehr das Preisdurcheinander. Wenn die Fahrt von Berlin nach München nicht mal 67,90 Euro und mal 29,90 Euro - es gibt auch teurere Verbindungen - kosten würde, sondern immer vielleicht 39,90 Euro, dann wäre das schon mal attraktiver als Fliegen.

Doch vor allem muss die Bahn an Zuverlässigkeit und Service arbeiten. Das Reservierungssystem muss perfekt klappen, die Technik und das Internet müssen auch bei Kälte oder Hitze einwandfrei funktionieren, die Speisewagen müssen immer offen und die Züge sauber sein. Das muss die Deutsche Bahn auch bei allen Partnern durchsetzen.

Doch zwei Dinge sind noch wichtiger. Da sind zum einen die sträflich vernachlässigten Nebenstrecken. Wenn ich aus dem Berliner Umland per Bahn gar nicht den Zug nach München um 5:34 Uhr erreichen kann, dann nehme ich gleich das Auto.

Das allerwichtigste ist aber die Pünktlichkeit. Ein Zug ist für viele schon unpünktlich, wenn er auch nur drei Minuten Verspätung hat - dann kann  der Anschluss nämlich schon nicht mehr erreichbar sein. Die Züge müssen mindestens zu 95 Prozent auf die Minute genau ankommen. Mein Vorschlag wäre, dass alle Bahnmanager und der Bundesverkehrsminister bis zum Erreichen dieses  Zieles nicht mehr als ein Lokführer verdienen. Nur so kann die Bahn attraktiver gemacht werden.

Ach ja: Der Konkurrent der Bahn ist nicht der Flieger. Das ist ganz sicher das Auto. Das ist allerdings auch das teuerste Verkehrsmittel für eine Fahrt von Berlin nach München. Setzt man die üblichen 0,30 Euro je Kilometer an, so kostet so eine Fahrt rund 180 Euro. Doch hier siegt die Bequemlichkeit und die Flexibilität noch immer vor jedem Umweltbewusstsein. So sind wir Menschen - auch die viel fliegenden und Auto fahrenden Politiker.
 
Ich radel mal schnell zum Bäcker.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 30.07.2019

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