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12.12.2019

 

 


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Morgengruß von Helmut Harff: Ein interessantes Telefonat

… und neue Sichten

Mein gestriges Kommentarthema war ja meine Kritik daran, dass Menschen keine Veränderung wollen. Das ließ einen Mann zum Hörer greifen, mit dem es zu einer interessanten Diskussion kam.

Er verriet mir gleich, dass er Katholik sei. Das ist erst einmal nicht schlimm, ließ mich aber Kritik an meinem Kommentar erwarten. Doch Kritik kam nur indirekt. Mein Gesprächspartner verwies darauf, dass wir immer in dem Spannungsfeld zwischen dem Bewahren und dem Neuen, dem Zukünftigen leben. Stimmt, denn Christen setzen sich einerseits für die Bewahrung der Schöpfung ein, andererseits heißt es in der Bibel bei 1.Mose „Ihr aber seid fruchtbar und mehrt euch; regt euch auf der Erde und mehrt euch auf ihr!“. Das klingt nun alles andere als nach Bewahrung. Und doch, die Kirchen, wohl nahezu alle Religionsgemeinschaften, wehren sich gegen zu viele Neuerungen.

Der Anrufer meinte, dass es gar nicht so viele tiefgreifende Veränderungen gab und verwies darauf, dass es nur sehr wenige wirkliche Umbrüche in der Menschheitsgeschichte gab. Die gingen zumeist auch nicht ohne massive Wiederstände aus. Dabei ist es egal, ob neue religiöse und/oder politische Ideen oder neue technische Entwicklungen zu Veränderungen führten, die wirklich weite Teile, wenn nicht die gesamte Menschheit betrafen.

Das Telefonat machte mich nachdenklich, zumal in unserem Gespräch auch heraus kam, dass die Veränderungen nie von einer großen Gruppe von Menschen angestoßen oder initiiert wurden. Es waren immer Einzelne oder kleine Gruppen, die für Veränderungen sorgten. Ging es um Machtfragen, um die Infragestellung alter Machtstrukturen, so floss immer Blut. Immer, wie war das mit der DDR? Vielleicht war das die Ausnahme von der Regel, vielleicht war die DDR aber auch noch weiter vom angestrebten Sozialismus entfernt, als dass sie sich schon vom Kapitalismus verabschiedet hatte.

Die Akzeptanz technischer Entwicklungen forderte in den allermeisten Fällen weniger Opfer – so es nicht um Entwicklungen der Kriegstechnik ging.

Doch egal, wann immer Neues unsere Tür, an die Türe von Menschen oder der Menschheit klopfte, gab es Ängste, Sorgen und Befürchtungen. Was immer es neues gab – die Dinge veränderten das Leben ungeplant, unkontrolliert. Die Menschen wurden davon überrollt, wurden zu meist nicht wirklich mitgenommen, mussten sich auf das Neue, das Ungewohnte einstellen. Obwohl das immer wieder passiert, haben wir nicht gelernt, wie man damit gut umgeht, wie man schnell sich bietende Chancen erkennt.

Die Vordenker, die Ideologen, die Wissenschaftler, Politiker und die Meinungsmacher haben aber auch nicht gelernt, die Menschen mitzunehmen, wenn es um Neues geht. Die Masse sollte und muss dem Neuen wie die Lemminge hinter laufen. Das hat immer zur Folge, dass in Umbruchzeiten diejenigen viel Zulauf finden, die genau von diesen Umbrüchen nichts wissen wollen.

Wenn man sich heute umsieht, so scheint das auch der Fall zu sein: Unsere Welt scheint im Umbruch, wir müssen das Klima retten – sagen einige und einige folgen denen. Die meisten haben aber Sorgen – Sorgen vor der Veränderung, Sorgen davor, dass sie ihr Leben nicht mehr wie bisher leben können. Das ist kein Wunder, denn die Klimawarner, die Veränderer haben es wieder einmal nicht verstanden, die Massen mitzunehmen, die Ängste ernst zu nehmen. Das Ergebnis? Die Menschen sind verunsichert, sie folgen Populisten und nehmen hin, was sie aus ihrer Sicht eben nicht ändern können. Das ist schon seit biblischen Zeiten und weit davor so gewesen.

Das ist merkwürdig für eine Spezis, die sich für etwas besonderes, für intelligent und vernünftig hält.

Diese Gedanken werden mich wohl noch lange verfolgen – nur nicht jetzt beim Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Sonntagsfrühstück.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 06.10.2019

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