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05.08.2020

 

 


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Aufgespießt: Kein Netz

Wir schicken die Minister auf Reisen

(Helmut Harff / Chefredakteur) Wie Sie ja sicherlich gelesen haben, war ich in den vergangenen Tagen in den Alpen, genauer im italienischen Grödnertal und dort auch schon mal auf 2.500 Meter über Normal Null. Auf genau diesem Niveau bewegte sich ein Redaktionskollege viel weiter nördlich an den Gestaden der Ostsee in den baltischen Republiken. Tausende von Kilometern getrennt, verband uns - egal wo wir gerade waren - das Handy miteinander.

Wir hatten wirklich überall Empfang. Das ging mir schon vor Jahren so in den afrikanischen Staaten Senegal und Elfenbeinküste. Nun verwundert das ja nicht, denn die genannten Staaten gehören ja zu den führenden Ländern der Erde. War man nicht auch hierzulande der Ansicht, ein Land der Dichter und Denker zu sein, ist man nicht stolz auf seine Ingenieursleistungen, auf sein Made in Germany?

Ja, das war einmal, heute sind wir ein Land der Bedenkenträger, in der man Ingenieure wie die Diebe, die das so toll gesicherte Grüne Gewölbe in Dresden heimsuchten, sucht. Und Made in Germany? Fragen Sie mal den VW-Chef nach dessen Werbewirksamkeit.

Da verwundert es nicht, dass ich gestern nicht nur auf der Fahrt von Cottbus im Osten der Republik nach Berlin - das sind etwa 100 Kilometer - sechs mal keine Internetverbindung hatte. Das ist mir nicht nur um tiefsten Osten - für Saarländer schon fast in Sibirien - passiert, sondern auch im Taxi, mit dem ich auf dem Weg zu Grünen Woche staugebremst in einem Berliner Autotunnel stand. Der fröhliche Taxifahrer mit Migrationshintergrund sah amüsiert zu, wie ich vergeblich versuchte, meinen Termin zu verschieben.

Er kannte das und - noch schlimmer - fand das ganz normal. Wir quatschten also und kamen dabei zu dem Schluss, dass sich die Bauarbeiten am Flughafen BER nur deshalb verzögern, weil es da wahrscheinlich keinen Handyempfang gibt. Die können schlicht nicht ihre Arbeiten koordinieren. Mich sollte wundern, wenn das nicht stimmt.

Mir wurde dann auch klar, warum so vieles bei der Bahn nicht funktioniert. Die Antwort ist ganz einfach: Kein Netz. Mein fröhlicher Fahrer meinte dann, dass die Bahnen immer deshalb so viel Verspätung haben, weil das Navi des Lockführers immer wieder kein Netz hat und er dann nicht einmal mit dem Handy nachfragen kann, wo es nun weiter geht. Auch eine Variante, die man bedenken kann.

Doch warum geht bei uns nicht, was woanders problemlos funktioniert? Der Frage sollte doch mal Andreas Scheuer, seines Zeichens Minister für Verkehr und digitale Infrastruktur nach gehen. Wie wäre es, wenn er mal ins Grödnertal reist und versucht rauszubekommen, welcher Berggeist da seine Hände beim sicheren Handyempfang im Spiel hat? Er sollte - ganz Vorbild - mit seiner Bahncard 50 in der zweiten Klasse und im Liegewagen fahren. Das ist er uns Steuerzahlern und dem Klimawandel schuldig. Wenn Mama für die Fahrt durch Deutschland dann auch noch Schnittchen und eine Thermoskanne mitgibt, ist glaube ich alle in Ordnung.

Wobei, er könnte auch noch Frau Anja Maria-Antonia Karliczek mitnehmen. Das ist seine SPD-Kollegin und Bildungsministerin. Die könnte dann versuchen raus zu bekommen, warum die Kinder im Grödnertal schon in sehr jungen Jahren deutsch, italienisch und ladinisch sowie wenig später auch noch englisch sprechen. Ich würde gern dabei sein, wenn sie erlebt, wie ein im Tal geborener Jugendlicher mit dem Menschen links von ihm italienisch, mit dem rechts von ihm deutsch, mit dem vor ihm englisch oder per Handy mit der Mutter ladinisch spricht und das faktisch zeitgleich.

Wobei, ob das was bringt? Zwei Blinde sehen nicht mehr als einer, zwei Taube hören nicht mehr als einer und zwei Lahme laufen auch nicht schneller als einer. Bitte, damit wollte ich nur zwei Minister der großen Koalition beschreiben und niemand mit einem Handicap diskreditieren.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 20.01.2020

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