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07.08.2020

 

 


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Morgengruß von Helmut Harff: Alles aufessen

... oder ein Grund für den Klimawandel

Menschen meiner Generation kennen das sicherlich noch. Wir wurden immer angehalten, alles was da auf dem Teller gelandet ist auch aufzusessen. Da spiele es keine Rolle ob man satt war oder ob es einem überhaupt geschmeckt hat. Da wurde man dann auch mit Tricks zum Aufessen gedrängt. Wer kennt das nicht: Noch ein Happs für Oma, noch ein Happs für Opa.

Und dann stand da noch die Drohung im Raum, dass die Sonne nicht scheint, wenn man nicht aufgegessen hat. Ginge es danach, hätte es schon vor 1960 zu einer massiven Klimaerwärmung kommen müssen, denn ich habe fast immer alles brav aufgegesssen. Ich glaube allerdings nicht, dass dann immer die Sonne schien.

Alles aufessen, dazu fordert heute sicherlich kaum noch jemand hierzulande sein Kind auf. Das ist auch gut so. Man stelle sich vor, die Sonne würde noch mehr scheinen.

Und doch, bei meinem Besuch auf der Grünen Woche fiel mir wieder mal auf, dass wir eben längst nicht alles aufessen und ich befürchte, dass das einen durchaus nennenswerten Beitrag zum Klimawandel leistet. Ich meine damit nicht, dass wir alle immer unseren Teller leer essen sollen. Wir sollten den einfach nur so voll machen, dass wir unseren Hunger damit stillen können. Mir geht es vielmehr darum, dass Fleischesser wie Vegetarier eigentlich nur die Filetstücke – bei den Vegetariern ist das im übertragenen Sinn zu verstehen – essen. Doch was ist mit all den Dingen, die sonst noch so zu Rind, Schwein, Huhn, aber auch zu Obst und Gemüse gehören?

Was ist mit den Innereien von Tieren, was mit Köpfen, Schwänzen, Federn, Knochen? Was ist mit dem Stroh, was mit Mahlrückständen, mit den als unverkäuflich geltenden Kartoffeln in Murmelgröße, mit den nicht perfekt gewachsenen Mohrrüben und was es da noch so alles gibt? Essen wir das auch oder wandert das auf den Müll oder wird irgendwie verwendet? Doch wofür? Werden unsere Felder mit dem Humus aus dem Abfall der Obst- und Gemüseproduktion gedüngt? Haben Sie schon mal bei solchen Erzeugern riesige Komposthaufen gesehen, wie die ein ordentlicher Kleingärtner – so wie wir – in seinem Garten hat?

Und was ist mit dem, was wir von den Tieren kaum oder gar nicht mehr essen? Früher wäre nie jemand darauf gekommen, Herz, Nieren, Leber, Hirn, Pansen, Kopf, Schwanz, Darm, Haut oder Knochen auf den Müll zu werfen oder Tiermehl daraus zu machen. Und heute? Ich möchte nicht wissen, wo all diese „Abfälle“ landen. Ich habe mir mal die Mühe gemacht und mir die Speisekarten von 20 Dorfgaststätten in Brandenburg im Internet angesehen. Leber gab es noch in einigen Fällen, doch alle anderen Bestandteile von Tieren, die man sehr wohl schmackhaft zubereiten kann, waren nicht zu finden. Selbst Eisbein war eine Rarität auf den Karten. Dafür gab es überall Schnitzel, Rouladen und ähnliches. Ähnlich war das Bild bei den wenigen Angeboten für Menschen, die kein Fleisch essen wollen. Auch meine Recherche bei Hofläden sah nicht viel besser aus. Innereien scheint man auch da nicht zu verkaufen.

Ich finde, wir sollten alle, ob nun Fleischesser oder nicht, nicht nur darauf achten, wie unsere Lebensmittel produziert werden, wir sollten vor allem darauf achten, dass wir die möglichst vollständig nutzen. Wir bräuchten weniger Rinder, Schweine, Hühner und sonstiges Getier, wenn wir von denen viel mehr als nur die sogenannten Filetstücke kaufen und essen. Vieles an Obst und Gemüse würde nicht auf den Müll landen, wenn wir beim Zubereiten einfach mal zwei Minuten länger für das Putzen aufwenden würden.

Alles aufessen etwas anders interpretiert, das wäre ein nicht zu unterschätzender Beitrag für eine bessere Landwirtschaft und damit auch ein Beitrag dazu, die Klimaerwärmung in Grenzen zu halten. Das Beste daran, man muss nicht nur nicht verzichten, man kann so auch viele Dinge genießen, die uns so entgehen.

Ich werde jetzt brav mein Brötchen aufessen, das heute die Beste Frau der Welt vom Bäcker geholt hat. Ob dann die Sonne scheint?

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 24.01.2020

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