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Maskierter Sportwagen

Eine Prototypenfahrt im BMW 4er



Noch trägt es eine Sicherheitsmaske, das neue BMW 4er Coupé, und das hat seinen Grund: Der neue Look soll bis zur offiziellen Enthüllung eine Überraschung bleiben.

Soviel ist durchgesickert: Der BMW 4er der nächsten Generation wird über einen retro-futuristischen, vertikalen Frontgrill verfügen, der von BMW-Modellen aus der Vorkriegszeit wie dem 328 inspiriert ist. Damit soll er als wesentliches Unterscheidungsmerkmal zur 3-Serie dienen, auf der die Baureihe basiert. Wir haben einen den Tag mit zwei Prototypen verbracht: einem 430i Coupé mit Hinterradantrieb und einem M440i Coupé mit Allradantrieb. Im Prinzip sind die Modelle fertigentwickelt: BMW befindet sich in der Endphase der Feinabstimmung.

Das 4er-Coupé hat in der letzten Modellgeneration an das frühere 3er-Coupé angeknüpft, gleiches gilt für das Cabriolet. Hinzugekommen ist eine viertürige Limousine mit Heckklappe, die auf die Bezeichnung 4er Gran Coupé hört. Alle drei Varianten werden beibehalten, aber jetzt deutlicher vom 3er abgesetzt, und zwar nicht nur stilistisch, sondern auch in den Produkteigenschaften.

Die Ingenieure haben sich viel Mühe geben, um ein sportlicheres Fahrerlebnis zu erzielen: Im Vergleich zur 3er-Limousine weisen die Vorderräder einen negativeren Sturz auf und die hintere Spurweite ist um volle 23 mm verbreitert worden. Stabilisatoren vorne und hinten versteifen die Karosserie, und der Schwerpunkt liegt dank der im Vergleich zur 3er Limousine um stolze 57 mm niedrigeren Karosserie deutlich abgesenkt. Eine Spoilerlippe am Heckdeckel verringert den Auftrieb.

Das Fahrwerk wurde ebenfalls modifiziert: Die Dämpfer sind sportlicher ausgelegt, Lenkung und Bremssystem deutlich modifiziert. Diese Auslegung passt sehr gut zum 430i Coupé, das mit seinem 258 PS (190 kW) starken 2,0-Liter-Vierzylinder bereits standesgemäß motorisiert ist: Der Motor klingt für einen Vierzylinder durchaus sportlich, der Schub hält bis in den oberen Geschwindigkeitsbereich an: Man spürt, dass – nicht zuletzt wegen der sehr guten Aerodynamik – sogar noch etwas mehr als die abgeregelten 250 km/h drin wären.

Die ultrapräzise und direkte Lenkung fühlt sich natürlich an; sie versteift sich im Sport-Modus erheblich. Die Stabilitätskontrolle verfügt über einen sportlichen Modus, der das Auto im Extremfall noch sicher abfängt, aber trotzdem leichte Driftwinkel ermöglicht: Ein perfektes Setup, das wie angegossen zum Charakter dieses Autos passt.

Während der 430i bereits sehr gute Fahrleistungen bietet, ragt der M440i weit in die Domäne ernsthafter Sportwagen hinein. Der seidenweich klingende, reaktionsschnelle Reihen-Sechszylinder leistet 388 PS, die von einem Starter-Generator unterstützt werden; die mehr als zehn Extra-PS setzen am unteren Ende des Drehzahlbandes ein, um jegliche Verzögerung beim Hochlauf der Turbolader zu neutralisieren. Die Fahrwerte des M440i nehmen es locker mit den Einstiegsmodellen von Porsche und AMG auf. Oberhalb dieses Modells wird es auch noch einen echten M4 geben, der als Sportgerät weit kompromissloser auftritt, damit jedoch weniger Komfort bietet.

Im Interieur des 4er sind die Unterschiede gegenüber der 3er-Limousine überschaubar: Die Kopffreiheit ist etwas geringer, aber es gibt noch immer viel Platz. Die Rücksitze sind ausreichend dimensioniert, das Armaturenbrett kommt praktisch unverändert vom 3er. Doch die tiefe Sitzposition vermittelt ein eindeutig coupéhaftes Fahrgefühl.

Beim Marktstart im Sommer wird das 4er Coupé auf nur wenige Konkurrenten treffen. Dazu gehören Audi A5 und S5 sowie das Mercedes-Benz C-Klasse Coupé und das gerade geliftete, etwas größere E-Klasse Coupé. Ansonsten gibt es mit diesem Fahrzeugkonzept eigentlich nur noch den seltenen Lexus RC, es ist allerdings durchaus möglich, dass das 4er Coupé auch den einen oder anderen Interessenten der Porsche-Baureihen 718 und 911 interessieren könnte.

Auch vom neuen 4er wird es wieder ein Cabriolet geben, es verliert allerdings sein Metall-Klappdach zugunsten eines klassischen Stoffverdecks, das mehr Kofferraum übriglässt. Und das viertürige 4er Gran Coupé behält seine gut getarnte Heckklappe. Größter Hingucker wird jedoch zweifellos die neue Niere. Anfang Juni wird die Maske abgenommen.

Fotos: Auto-Medienportal.Net/BMW

 


Veröffentlicht am: 30.05.2020

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