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Morgengruß von Helmut Harff: Nie wieder eingesperrt

Das möchte ich nie wieder

Gestern telefonierte ich mit einer Kollegin tief im Westen der Republik. Wie nicht anders zu erwarten ging es um die Corona-Krise, unsere Überlebenschancen als Journalisten und die allmählich fallenden Beschränkungen.

Sie an der Grenze zu Frankreich lebend, ich an der Grenze zu Polen, freuten wir uns beide darüber, dass die Grenzen sich wieder öffnen. Dann fiel ein Satz seitens meiner Kollegin, der mich wirklich nachdenklich machte. Sie meinte, dass sie jetzt erstmals in ihrem Leben nachvollziehen kann, wie wir uns in der DDR gefühlt haben müssen, wie es ist, einfach im eigenen Land eingesperrt zu sein. Sie ergänzte das damit, dass sie ja schon vor Monaten erstmals erleben musste, wie das ist, wenn es im Handel etwas nicht gibt, wenn Läden nicht nur nichts haben, es sie faktisch nicht gibt.

Ja, nach einer Sekunde nachdenken, konnte ich sie verstehen. Sie, geboren in den frühen 1960er Jahren, hatte wirklich nie Mangel, nie Eingesperrt sein erlebt. Ja, sie wusste, dass wir die DDR im Gegensatz zur Corona-Krise verlassen konnten – in sehr wenige Länder. Doch das, was wir nun eine viel zu lange Zeit hatten, war noch einen Zahn schärfer, da waren wir beide einig. Ich erzählte ihr dann, dass ich bei einer Fahrradrunde an der Neiße – einem deutsch-polnischem Grenzfluss - ziemlich schockiert war. Auf der polnischen Seite war an jedem möglichen Übergang über den Fluss Militär aufgezogen. Ja, Grenzen wurden wieder militärisch gesichert – und das in der Europäischen Union, zwischen Schengen-Ländern, zwischen zwei Nachbarn, die nur ungute Erinnerungen ans Militär haben.

Wir stellten dann nahezu logischer Weise fest, dass uns gar nicht so die allgemeine Reisefreiheit gefehlt hat, sondern einfach die Möglichkeit, über die Grenze zu gehen, dort zu shoppen, Essen zu gehen. Meine Kollegin vermisste ihren französischen Bäcker und ihren Lieblingsfleischer, ich die Blumenhändlerin und den Bummel über den Markt an der Grenze. Wir stellten aber auch fest, dass wir uns plötzlich im eigenen Land nach Händlern, nach Dienstleistern umsehen mussten, hier und da diese ausprobierten, manchmal auf die Nase fielen, aber eben auch neue Einkaufsquellen fanden. Ob das den Anbietern diesseits der Grenze nachhaltig helfen wird? Da waren wir beide nicht sicher. Allein der Preis im Nachbarland, aber auch die teilweise bessere Qualität hat nun mal seine ganz eigene Anziehungskraft. Mal sehen, wo wir in einem Monat wieder shoppen gehen.

Einig waren wir uns aber ganz sicher bei der Frage, dass es solche Grenzschließungen nie wieder geben darf. Noch einmal und das vereinige Europa dürfte Geschichte sein. Wenn es für den einzelnen Bürger einen Vorteil hat, in der Europäischen Gemeinschaft zu leben, so sind das die eigentlich nicht mehr vorhandenen Grenzen. Hat doch wieder jemand vor, eine Mauer zu bauen, ziehen wieder Grenzposten auf - da waren wir uns sehr einig – dann sinkt die Akzeptanz bei sehr vielen Menschen bezüglich der EU in Richtung Nullpunkt. Das wäre, so wir beide, die wohl katastrophalste Auswirkung der Corona-Krise.

Doch das ist alles vergessen beim Frühstück mit der Besten Frau der Welt, zumal die Sonne hier in der Lausitz schon vom blauen Himmel scheint.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück und Gesundheit.

Gratulation allen, die heute Namenstag haben: Klemens, Louise

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 15.06.2020

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