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Morgengruß von Helmut Harff: Ab ins Museum

... aber wann und wo

Dieser Tage beklagte ein Museumschef im Radio, dass Museen in Deutschland immer mehr zu touristischen Einrichtungen werden und immer weniger wissenschaftlichen Institutionen sind.

Eigentlich kann ich seine Einschätzung teilen, doch angesichts von zirka 6.800 Museen in Deutschland mit jährlich rund 114 Millionen Besuchern - dazu kommen 470 Ausstellungshäuser mit jährlich rund 6,2 Millionen Besuchern – fällt es mir doch schwer, davon auszugehen, dass wir 6.800 wissenschaftliche Einrichtungen haben sollten. Denn, Museen, Sammlungen waren schon immer auch das Ziel von Reisen. Andere Sammlungen dienten „nur“ zur Erbauung ihrer Besitzer. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Museen sind Aushängeschilder, Ausdruck von Macht, von finanzieller Potenz und sie sind eben auch das Ergebnis von der Sammelwut Einzelner, von Gruppen oder sogar von Gemeinwesen.

Das schließt selbstverständlich ein, dass man nicht nur wild sammelt, sondern das Sammelgut auch wissenschaftlich zu bewerten, die Sammlungen wissenschaftlich zu begleiten. Doch dazu bräuchte man keine Museen, keine Prunkbauten, keine Bauten, die ganze Städte prägen, keine Museen, die für ihre Standorte stehen. Es braucht also die öffentlich zugänglichen Museen und es braucht Besucher. Die brauchen wiederum immer wieder neue Anreize, die Museen zu besuchen.
Der eine Anreiz sind wechselnde Ausstellungen, darunter auch spektakuläre. Wer will schon um die Welt reisen, teilweise um den Zutritt zu Privatsammlungen betteln, um beispielsweise die meisten Bilder eines Dürer, eines Picasso, eines Warhol zu sehen. Da ist der Museumsbesucher sehr dankbar, wenn er eine Ausstellung in seiner Nähe besuchen oder in das entsprechende Museum reisen kann.

Doch das betrifft ja nur die wenigen als international renommiert geltenden Museen. Die meisten sind eher kleiner, manche bestehen nur aus zwei, drei Räumen. Ich habe gerade so ein Museum besucht. Es ist „Der Laden“ – ein Mini-Museum, das dem Schriftsteller Erwin Strittmatter gewidmet ist, der hier nicht nur seine Kindheit verbrachte und der auch darüber schrieb. Doch mal ehrlich so ein Museum in dem kleinen Lausitzer Dorf Bohsdorf gelegen, brauchte seine Türen gar nicht öffnen, wenn es eben nicht auch oder vor allem ein touristisches Ziel für Literaturfans aus Nah und Fern wäre.

Das gilt für die allermeisten Museen, wenn nicht gar für alle. Und, das merkt man, das merken die Museen. Jetzt, wo die Touristen ausbleiben, bleiben auch die Besucher der großen und kleinen Museen aus. Vielleicht rücken in Deutschland die 6.800 Museen jetzt etwas mehr ins Rampenlicht der im Lande reisenden deutschen Touristen. Würden auch die noch ausbleiben, wäre es um die deutsche Museumslandschaft noch schlimmer bestellt als es lange schon war. Müssen die Museen schließen, ist es auch Essig mit der wissenschaftlichen Arbeit, aber auch der Tourismus verliert.

Es gibt also nicht hier den Tourismus und dort die Wissenschaft – beides gehört zu einem Museum, genau wie die Sammelwut. Aber, Museen sind Erlebnisorte, es sind Ort der Kommunikation, nicht Orte des Abstandes. Es sind auch Orte, wo man nicht immer lüften kann, wo es auf eine konstante Luftfeuchtigkeit und stabilen Temperaturen ankommt. All das passt nicht zur aktuellen Maskenpflicht. Längere Zeit mit einer Maske ins Museum, nach dem man sich zuvor online eine Besuchszeit reservieren musste, das ist etwas, was nur sehr wenige Menschen nicht von einem Museumsbesuch abschreckt.
 
Hoffen wir, die Museumsliebhaber, die Kulturtouristen, die Touristiker und nicht zuletzt die Wissenschaftler, dass die Museen die C-Krise ohne große Blessuren überleben. Freuen wir uns darauf, dass die Museumsmenschen die Zeit dafür nutzen, neue mal spektakuläre, mal „nur“ interessante Ausstellungen auf die Beine zu stellen. Wir brauchen die Museen!

Ich brauche jetzt mein Frühstück mit der Besten Frau der Welt.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück und Gesundheit.

Gratulation allen, die heute Namenstag haben: Gudrun, Hyazinth, Janine, Clara

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 17.08.2020

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