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Winterreifen für E‑Bike und Fahrrad

... eine dringende Empfehlung



[pd-f/tg] Jetzt schnell die Reifen wechseln – was sich bei Autofahrer:innen vor dem ersten Schneefall längst als Routine etabliert hat, gilt auch für Radfahrer:innen. Für Sicherheit und bessere Kontrolle bei winterlichen Straßenverhältnissen sind die passenden Pneus entscheidend. Der pressedienst‐fahrrad bietet einen Überblick über die unterschiedlichen Möglichkeiten.

Die Angebotsvielfalt an speziellen Winterreifen für Fahrräder und E‑Bikes wächst stetig. Waren Spike-Reifen lange Zeit das Nonplusultra für den Fahrradweg im Winter, werden mit Lamellenreifen oder Allwetterreifen weitere Alternativen für die Wintertage angeboten und erleichtern die Wechselentscheidung auf einen speziellen Reifen für die Winterzeit, da sie durchgehend von Oktober bis Ostern gefahren werden können.

Ähnlich wie Matsch‐und‐Schnee‐Reifen beim Auto sind Allwetterreifen wie der „Marathon GT 365“ von Schwalbe zuverlässige Begleiter für Pendler:innen bei herbstlichen und winterlichen Straßenverhältnissen. Dank ihres robusten Allwetterprofils mit vielen Rillen bewältigen sie widrige Witterungsbedingungen der europäischen Breitengrade, wie Schneematsch. Ein durchgehender Mittelsteg sorgt laut Hersteller dafür, dass der Reifen leicht abrollt. Gröbere Stollen an der Seite sowie eine offene Profilgestaltung sollen Halt auf unbefestigten Wegen verschaffen. „Der Reifen liefert sogar auf Feldwegen, bei Minusgraden oder bei Nässe eine zuverlässige Performance“, so Produktmanager René Marks. Für hohen Grip bei feuchtem Untergrund sowie tieferen Temperaturen sorgt zudem die extra entwickelte Silica‐Gummimischung „Four Season“. Diese ist im Vergleich zu anderen Reifen weicher, was die Bodenhaftung bei niedrigen Temperaturen steigert. Und wer den Reifen nicht wechseln möchte, der kann den Marathon GT 365 aufgrund seiner Beschaffenheit und Rolleigenschaften auch das ganze Jahr fahren.

Bei Glatteis bleiben Spikes das Nonplusultra

Sollten die Pisten überziehen, kommen Radfahrer:innen an Spike-Reifen wie dem „Marathon Winter Plus“ von Schwalbe nicht vorbei. Sowohl an Fahrrädern als auch an E‑Bikes bis 25 km/h ist deren Verwendung im Straßenverkehr, anders als bei Autos, erlaubt. „Durch den Einsatz der Spikes ist es dem Reifen möglich, sich in den vereisten Untergrund zu verzahnen. Die Spikes dienen wie eine Art Anker, der ein Ausbrechen des Rades verhindert“, erklärt Daniel Gareus von Cosmic Sports, Importeur des Winterspezialisten 45Nrth, der sogar Spike-Reifen für Fatbikes im Angebot hat. Am besten greifen die Spikes, wenn der Reifen mit geringem Luftdruck gefahren wird (den auf der Flanke vermerkten Mindestdruck aber niemals unterschreiten!). Es gilt die Faustregel: je eisiger der Untergrund, desto mehr Spikes. Die Spike-Bereifung hat jedoch den Nachteil, dass der Rollwiderstand auf eisfreiem Untergrund deutlich höher ist als bei „normalen“ Reifen und sie dort auch für ein lautes Fahrgeräusch sorgen. „Wir empfehlen dennoch, Spike-Reifen auch in den kurzen, eisfreien Phasen im Winter durchzufahren“, rät René Marks. Eine weitere Option wäre die Verwendung von Reifen, die nur an den Seiten über Spikes verfügen und so bei geringem Luftdruck greifen.

Grundsätzlich gilt, dass Spike-Reifen nicht bei S‑Pedelecs (mit Motorunterstützung bis 45 km/h) verwendet werden dürfen, da es sich hier um Kleinkrafträder handelt. Allwetterreifen wie der Marathon GT 365 haben hingegen die notwendige „ECE-R75“-Zulassung für den Einsatz an Elektrofahrrädern bis 50 km/h und können deshalb genutzt werden, insofern sie der vom Hersteller freigegebenen Dimension entsprechen und keine Reifenbindung vorliegt.

Weniger Reifendruck sorgt für bessere Haftung

Radfahrer:innen, die auf einen Reifenwechsel verzichten, greifen zu einem alten Hausmittel: Durch das Absenken des Reifendrucks auf den Mindestdruck, wie er auf der Reifenflanke angegeben ist, bietet der Reifen etwas mehr Halt auf schneebedeckten Wegen, da er mit einer größeren Fläche aufliegt. Die Bodenhaftung wird gesteigert und ein sichereres Vorankommen ermöglicht. Für die richtige Einstellung des Luftdrucks sollte man sich nicht auf die Überprüfung per Daumen verlassen. Diese erweist sich in der Praxis als äußerst unzuverlässig. Ein digitaler Luftdruckprüfer liefert einen schnellen und genauen Überblick. Zum richtigen Befüllen der Reifen ist zudem die Verwendung einer Standpumpe mit Manometer, wie der „Airkompressor 10.0“ von SKS Germany, zu empfehlen.

Hochwertige Produkte statt Heimwerkertricks

Wenn es der Rahmen des Alltagsrads ermöglicht, können im Winter alternativ auch ein gröber profilierter und breiterer MTB-Reifen einbaut werden. Durch das markante Profil wird die Haftung im Matsch und Schnee verbessert, weil eine stärkere Verzahnung mit dem Untergrund hergestellt wird. Vom speziell in Bike-Communitys gerne genannten Trick, die Haftung der Reifen durch Kabelbinder um Felge und Reifen die Haftung zu erhöhen, ist abzuraten. Derartige billige Heimwerkerlösungen können auch schnell versagen. Deshalb ist es gerade bei „Winterreifen“ wichtig, auf hochwertiges Material zu setzen.

„Sicherheit steht bei der Entscheidung für Winterreifen an erster Stelle. Die sollte man auf keinen Fall durch Do-it-Yourself-Experimente oder mindere Qualität beim Kauf von Billigangeboten gefährden“, rät Birgit Greif vom Fahrradhersteller Winora und gibt den Tipp: „Achten Sie beim Reifenwechsel darauf, dass der Winterreifen ausreichend Reifenfreiheit im Rahmen und in der Gabel hat, damit auch Dreck und Matsch den Durchlauf nicht verhindern können.“

Quelle: www.pd-f.de / Luka Gorjup | Lux Fotowerk

 


Veröffentlicht am: 02.12.2021

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