
Autos mit wenigen Vorbesitzern gelten im Gebrauchtwagenhandel als zuverlässiger und besser gepflegt. Neben der Anzahl der Halter spielt auch die Laufleistung eine wichtige Rolle: Je weniger Kilometer ein Auto zurückgelegt hat, desto geringer ist in der Regel der Verschleiß.
Das Automobildaten-Unternehmen carVertical hat untersucht, in welchen europäischen Ländern Autofahrer ihre Fahrzeuge besonders lange nutzen, wie viele Kilometer sie mit demselben Auto fahren und wo Gebrauchtwagenkäufer eher vorsichtig sein sollten.
Die Daten von carVertical zeigen, dass in Deutschland ein einzelner Besitzer sein Auto durchschnittlich 85.106 Kilometer fährt, bevor es verkauft wird. Damit liegen deutsche Fahrer über dem europäischen Durchschnitt von 75.928 Kilometern. Berücksichtigt wurden ausschließlich Fahrzeuge mit dokumentierter Nutzungshistorie auf der carVertical-Plattform.
Am weitesten fahren Autobesitzer ihr Auto in Polen (112.977 km), der Slowakei (109.044 km) und Portugal (108.256 km). Die geringsten Laufleistungen pro Besitzer wurden in Serbien (18.807 km), der Ukraine (22.580 km) und Ungarn (47.845 km) festgestellt.
„Der durchschnittliche jährliche Kilometerstand verrät, wie intensiv das Auto genutzt wurde. Eine intensive Nutzung wirkt sich auf die Langlebigkeit des Fahrzeugs aus und kann später häufiger zu Pannen und anderen Problemen führen. Deshalb zeigen unsere Fahrzeugberichte Zeiträume an, in denen intensiver gefahren wurde – darauf sollten Käufer bei der Wahl eines Gebrauchtwagens immer achten“, erklärt Matas Buzelis, der Automobilexperte von carVertical.
In Deutschland liegt der jährliche Durchschnitt bei 17.688 km, und damit fast beim europäischen Durchschnitt. Deutsche fahren jährlich also nicht besonders weit, aber durch ihre Gesamtlaufleistung pro Besitzer gehören sie dennoch zu den aktiveren Fahrern in Europa.
Deutsche behalten ihre Autos vergleichsweise lange
Deutsche Autofahrer nutzen ihr Fahrzeug im Schnitt 4,8 Jahre, bevor sie es verkaufen. Länger behalten Fahrer in Portugal (7,2 Jahre), Polen (6,1 Jahre) und Litauen (5,5 Jahre) ihre Autos. Am häufigsten werden Fahrzeuge in Serbien und der Ukraine ersetzt - dort bereits nach durchschnittlich 1,1 Jahren.
Experten sind sich einig: Fahrzeuge mit wenigen Vorbesitzern gelten als verlässlicher, da kurzfristige Halter oft weniger in Wartung und Reparaturen investieren.
„Die Langlebigkeit eines Autos hängt ebenfalls stark von den Fahrgewohnheiten ab. Kurze, aggressive Fahrten und übersprungene Wartungen wirken sich im Laufe der Zeit immer negativ den Fahrzeugzustand aus“, erklärt Buzelis.
Geringeres Fehlkauf-Risiko bei Autos aus Deutschland und Westeuropa
Laut der Studie von carVertical gelten Tschechien, Finnland, Spanien und die Ukraine aufgrund häufiger Besitzerwechsel und hoher jährlicher Laufleistungen als risikoreichere Herkunftsländer im Gebrauchtwagenhandel. Besonders intensiv genutzt werden Fahrzeuge etwa in Spanien mit 23.186 Kilometern pro Jahr.
Demgegenüber stehen Länder wie Deutschland, Litauen, Portugal und das Vereinigte Königreich, in denen Autos länger gehalten und weniger intensiv gefahren werden. Britische Fahrer legen beispielsweise nur 12.710 Kilometer pro Jahr zurück.
Foto: Pixabay
Deutsche fahren weniger Kilometer mit demselben Auto
... als der durchschnittliche Europäer
Veröffentlicht am: 11.02.2026
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