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Michaela Melián „Chant du Nix“

Eine konzertante Rauminstallation für ein Lautsprecherpublikum

Der Kunstverein Harburger Bahnhof freut sich auf „Chant du Nix“, Michaela Meliáns konzertante Rauminstallation für ein Lautsprecherpublikum.

Michaela Melián (*1956, lebt in Hamburg und München) verbindet in ihren Arbeiten Bildende Kunst, Musik und Popkultur und produziert neben den klassischen Ausstellungsräumen auch für den Radioraum als öffentlichen Raum. Über präparierte Druckkammerlautsprecher, die im öffentlichen Raum (z.B. auch auf dem Bahnhof) üblicherweise für Durchsagen installiert sind, wandern die Klänge und Stimmen ihrer Tonspuren durch den (Kunstvereins-)Raum und setzen ihn und das Lautsprecherpublikum in Bewegung.
 
Die Anfänge des Radios in der Weimarer Republik und die mit ihnen einhergehende Trennung in ernste und Unterhaltungsmusik, die Entwicklung unterschiedlicher Erkennungsmelodien auf der Grundlage bekannter Ursprungsmelodien sowie die begleitenden - und noch immer aktuellen -  Mediendebatten bilden die Basis für den installativen Hör- und Diskursraum den Melián in „Chant du Nix“ entwickelt.  

Die Projektion einer Muschelzeichnung tastet den Raum des Wartesaals ab und verspricht gleich-zeitig das Hören der Welt, die sinnliche Erfahrung von etwas, das visuell nicht wahrnehmbar ist. Immer wieder verweist eine Stimme im Verlauf der circa einstündigen Tonspur auf diesen verheißungsvollen Hörraum der entsteht, hält man sich eine Muschel ans Ohr.

Der Bahnhof verbindet sich mit dieser Erzählung. Er ist ein öffentlicher Raum mit einem vielfältigen, nicht notwendig gerichteten Publikum, und verspricht Kontakt zur Welt. Sein Rhythmus und seine Strukturierung lassen wie das Radio, beides eigentlich vergleichsweise alte aber nach wie vor bedeutsame Techniken, noch immer die Maschinisierung und die damit einhergehende Veränderung von öffentlichem Raum erfahrbar werden. Sie markieren die Entkörperlichung von Stimme und Hören ebenso wie das Transponieren von einem Kontext in einen anderen. Wie soll Radio mit diesem Raum und dem adressierten Körper umgehen? Bilden? Unterhalten? Welche Wirkungsmacht formiert sich in diesem öffentlichen Raum, an dem alle teilhaben können? Diese Fragen stellten sich nicht nur die Protagonist*innen einer intensiv geführten Mediendebatte vor rund hundert Jahren sondern sie stellen sich uns heute noch genauso.

„Chant du Nix“ verbindet unterschiedliche Raum- und Zeitebenen zu einem technisierten und gleichermaßen sinnlichen Gefüge. In den Performances mit Elen Harutyunyan (Viola), Ruth May (Violine) und Michaela Melián am 6. November um 19 Uhr und am 8. November um 17 Uhr erweitert sich die kombinatorische Wellenbewegung der konzertanten Rauminstallation noch einmal. Die Konzerterfahrung und die Lautsprechererfahrung, die Ursprungsmelodien und deren vereinfachte Adaptionen in den Erkennungsmelodien des Radios verändern, aktualisieren und formieren ein kollektives, kulturelles Gedächtnis.

Michaela Melián (*1956, lebt in Hamburg und München) verbindet in ihren Arbeiten Bildende Kunst, Musik und Popkultur. Sie produziert für klassische Ausstellungsräume, ebenso wie für den Radioraum als öffentlichen Raum.

Über präparierte Druckkammerlautsprecher, die üblicherweise für Durchsagen im öffentlichen Raum genutzt werden, wandern die Klänge und Stimmen der Tonspuren von Michaela Meliáns „Chant du Nix“ durch den Raum. Die Anfänge des Radios in der Weimarer Republik und die mit ihnen einhergehende Trennung in ernste und Unterhaltungsmusik, die Entwicklung unterschiedlicher Erkennungsmelodien sowie die begleitenden – und noch immer aktuellen –  Mediendebatten bilden die Basis für den installativen Hör- und Diskursraum den Melián in ihrer konzertanten Rauminstallation entwickelt.

Die Projektion einer Muschelzeichnung tastet parallel den Raum des alten Wartesaals ab, in dem der Kunstverein seine Ausstellungsräume hat, und verspricht gleichzeitig das Hören der Welt. Immer wieder verweist eine Stimme im Verlauf der circa einstündigen Tonspur auf diesen verheißungsvollen Hörraum der entsteht, hält man sich eine Muschel ans Ohr.

„Chant du Nix“ verbindet unterschiedliche Raum- und Zeitebenen zu einem technisierten und gleichermaßen sinnlichen Gefüge. In den Performances mit Elen Harutyunyan (Viola), Ruth May (Violine) und Michaela Melián am 6. November um 19 Uhr und am 8. November um 17 Uhr erweitert sich die kombinatorische Wellenbewegung der konzertanten Rauminstallation noch einmal.

„Chant du Nix“ wurde vom Deutschlandfunk für den Kölner Kongress produziert und am 15. März 2019 live aus dem Kammermusiksaal gesendet. Im Kunstverein wird die Arbeit erstmals als Ausstellung gezeigt.

2018 wurde Michaela Melián der Edwin-Scharff-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg verliehen, sie stellt international in Einzel- und Gruppenausstellungen aus, zuletzt in der Fundació Joan Miró, Barcelona und dem Haus der Kulturen der Welt, Berlin, und ist Professorin für Zeitbezogene Medien an der HFBK Hamburg.

Termine
Eröffnung Freitag, 9. Oktober 2020, 19 Uhr
Performances
Freitag, 6. November 2020, 19 Uhr
Sonntag, 8. November 2020, 17 Uhr
mit Elen Harutyunyan (Viola), Ruth May (Violine) und Michaela Melián)

Kunstverein Harbuger Bahnhof
Im Fernbahnhof über Gleis 3&4
Hannoversche Straße 85
21079 Hamburg
info@kvhbf.de
kvhbf.de

Öffnungszeiten:
Mittwoch – Sonntag: 14 – 18h

Bild: Michaela Melián, Chant du Nix, 2019

 


Veröffentlicht am: 09.10.2020

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