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Morgengruß von Helmut Harff: Ein Backfisch bitte

Ist das Sexistmus?

Gestern ging es hier um fast vergessene Worte wie Satansbraten oder Sonntagsbraten. Irgendwann fiel mir noch ein weiteres Wort ein. Das ist in seiner ursprünglichen Bedeutung nahezu verschwunden, an andere Stelle und mit einer ganz anderen Bedeutung kennt es fast jeder.

Wovon ich rede? Vom Backfisch. Ich muss da an ein witziges Erlebnis in Hamburg denken. Es regnete und die Landungsbrücken waren nahezu leer. So hatte die Verkäuferin Zeit für jeden Kunden und ich Zeit zu überlegen, welche Köstlichkeit ich vernasche. Die nette Frau hinter dem Tresen empfahl mir einen leckeren Backfisch. Mir rutschte raus, dass Sie nun nicht gerade einem Backfisch entsprechen würde und ich dachte, dass die in der Herbertstraße zu finden seien. Ich schob noch nach, dass Backfische wohl zu jung seinen. Die gute Frau stutzte und lachte dann aus vollem Herzen in das ich einstimmte. Sie meinte dann, dass es schon lange her sei, dass man Backfisch mit einem jungen Mädchen in Verbindung brachte, meinte aber dann, dass sie gern ein Backwisch gewesen sei. Ich bat das Fräulein um ein Backfischbrötchen. Sie gab es mir mit den Worten, dass sie kein Fräulein mehr sei, aber heute ihrer 14-jährigen Tochter mal als Backfisch anreden werde. Hoffentlich meint das Fräulein, dass Mama nicht meint, sie wäre ähnlich dick wie mein Backfisch-Brötchen.

Backfisch – woher der Fisch in meinem Brötchen seinen Namen hat, ist klar, doch woher kommt die Bezeichnung für sehr junge Frauen? Wie immer weiß auch hier Wikipedia Rat: Nach Friedrich Kluge, der 1895 ein Wörterbuch der deutschen Studentensprache veröffentlichte, stammt das Wort aus der Studentensprache und ist aus dieser in den allgemeinen Sprachschatz übergegangen.  Er ist schon für das 16. Jahrhundert als Scherzübersetzung von „Baccalaureus“, d. h. für einen, der den untersten akademischen Grad erlangt hat, als akademisch bezeugt und erscheint auch so in den »Facetiae facetiarum« (1645): »Baccalaurei … et infimum tenent gradum, vulgo Backfisch, Larissen, Plateisen, Speckerbes, Stautzenfresser.« Wahrscheinlich wurde das Wort in Studentenkreisen später ganz auf Mädchen umgemünzt.

Es gibt weitere gängige Erklärungen für die Bezeichnung des Backfisch: es handle sich um einen „noch nicht voll ausgewachsenen“ Fisch, der als eine Bezeichnung auf junge Mädchen übertragen werde, ähnlich wie das Wort „Frischling“. Der Wortbestandteil Back wird dabei verschieden gedeutet.

Backfisch oder Frischling für den jungen Mann, sind das nun despektierliche, gar sexsistische Bezeichnungen für junge Menschen, die eben nicht mehr Kind und noch nicht Erwachsene sind? Beleidigt man die damit oder setzt sie so herab? Ich finde nicht. Vielleicht wird es nicht von allen als sehr nett empfunden, als Backfisch oder Frischling bezeichnet zu werden. Doch mit Mitte 60 als junger Mann tituliert zu werden, sorgt eben auch nicht dafür, dass der graue Bart wieder seine ursprüngliche Farbe annimmt, sondern ist eher ein untrügliches Zeichen dafür, dass man eben kein junger Mann ist. Allerdings ist mir diese Ansprache noch immer lieber, als „Der Herr“, denn dann ist man wirklich alt.

Auch wenn die Beste Frau der Welt etwas dem Backfischalter entwachsen ist – ich genieße wie jeden Tag das Frühstück mit ihr. Da fällt mir ein, dass ich heute zum Abendbrot doch mal Backfisch machen könnte.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück und Gesundheit.

Gratulation allen, die heute Namenstag haben: Albert, Jens

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 14.09.2020

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