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„Gran Turismo“

Der Weg von der Playstation ins echte Rennauto



Der junge Jann Mardenborough hat einen großen Traum: Er will unbedingt Rennfahrer werden. Da seiner Familie aber das Geld fehlt, verbringt der jugendliche Engländer aus der Arbeiterklasse seine tägliche Freizeit an der Playstation. Statt sich draußen mit seinen Freunden auszutoben, spielt er zum Leidwesen seiner Eltern ständig die Rennsimulation Gran Turismo. Unter dem gleichnamigen Titel ist die Geschichte jetzt verfilmt worden und seit gestern im Kino zu sehen.


Damals konnte noch keiner ahnen, welchen Weg Jann Mardenboroughs (ArchiemMadekwe) Karriere nehmen würde. Er zeigt großes Talent an der Spielekonsole und schlägt seine Gegner aus dem Netz alle. Das ruft wiederum Nissan-Marketing-Chef DannyMoore (Orlando Bloom) auf den Plan. Moore hat bei seinen Chefs in Japan die GT Academy durchgeboxt. Das von Nismo –Nissan Motorsport – und Sony gegründete Förderprogramm ist auf der Suche nach alternativen Motorsporttalenten aus dem E-Sport und will sie in einen richtigen Rennboliden setzen.

In der GT Academy haben die weltweit besten Gran-Turismo-Spieler die Chance von der virtuellen Rennsimulation einen Platz in einem Nissan-Motorsportteam zu ergattern: Der Wettbewerb wird jedes Jahr neu ausgeschrieben. Der Sieger erhält eine professionell begleitete Ausbildung zum Rennfahrer inklusive Rennlizenz sowie einen Platz hinter dem Lenkrad eines echten Nissan GT-R Nismo GT3.

Teamchef zweifelt am Talent des Gamers


Die GT Academy hat sich seit ihrer Gründung 2008 als eine Talentschmiede erwiesen, obwohl die Teilnehmer keine langjährige Rennstreckenerfahrung hatten – weder im Kart- noch im Formelsport. Somit ging 2011 auch für Jann Mardenborough ein Kindheitstraum in Erfüllung. Er siegt bei diesem Wettbewerb, weil er sich gegen 90.000 andere Teilnehmer durchsetzen konnte.

Nun wird es für ihn Ernst. Mardenborough kommt in Silverstone in ein Race Camp. Dort findet ein weiterer Auswahlprozess mit Fitnesstraining und Renneinsätzen statt. Auch hier kann er sich gegen die wenigen noch übrig gebliebenen qualifizierten Teilnehmern behaupten. Mardenboroughs Rennkarriere beginnt und wird im Film vom Teamchef Jack Salter (David Harbour) begleitet. Der ehemalige Rennfahrer zweifelt allerdings an dem Gamer, dem jegliche Motorsporterfahrung fehlt. Ob sich der Nerd auch gegen echte Profirennfahrer behaupten kann? Trotzdem soll er seinen Schützling Jann zu einem echten Rennfahrer formen und ihm den Feinschliff eines professionellen Racers verpassen.

Mardenborough wird ihn nicht enttäuschen, denn er ist hochbegabt. Wie im Film gezeigt, legt „der Nerd“ auch in seiner realen Laufbahn eine Bilderbuchkarriere hin. 2011 wird er von Nissan beim 24-Stunden-Rennen von Dubai eingesetzt und belegte den dritten Platz in seiner Klasse. Ein Jahr später fährt er in der britischen GT-Meisterschaft und landet auf dem sechsten Rang in der GT3-Wertung. Zu einem seiner größten Erfolge in seiner Rennkarriere zählt 2013 das 24-Stunden-Rennen von Le Mans, wo er mit dem Deutschen Michael Krumm und dem Spanier Lucas Ordoñez (ebenfalls ein Gamer aus der GT
Academy) den neunten Gesamtplatz erzielt sowie den dritten Rang in der LMP2-Klasse.

Mardenborough fuhr einige Stunts selbst

Der Film steckt voll mitreißender Action und lebt vor allem von den vielen Rennimpressionen, die von schnellen Kameraschnitten samt imponierender Soundkulisse begleitet werden. Da Archie Madekwe kein begnadeter Autofahrer, geschweigen denn Rennfahrer ist, fuhr Jann Mardenborough für „Gran Turismo“ sogar einige Stunts für sein Schauspieler-Double selbst. Die Mutter wird im Film übrigens von Ex-Spice-Girl Geri Halliwell Horner dargestellt – Ehefrau von Christian Horner und Formel-1-Teamchef von Red Bull Racing.

Insgesamt bietet der Streifen gute Unterhaltung, auch wenn sich Regisseur Neill Blomkamp in manchen Szenen in seinem Drehbuch nicht immer an die Chronologie hält. Ein bitterer Vorfall in Mardenboroughs Laufbahn wird im Film sogar geschmacklos ausgeschlachtet. Als sein Fahrzeug bei einem Rennen auf dem Nürburgring 2015 im schnellen Streckenabschnitt Flugplatz ohne Fremdeinwirkung abhob, überschlug sich Mardenboroughs Rennwagen mehrfach in der Luft und katapultierte über die Fangzäune. Dabei kam ein Zuschauer ums Leben, zwei weitere wurden verletzt. Mardenborough erlitt nur leichte Blessuren. Leider ist dieser schreckliche Unfall ein zentraler Punkt in dem Film.

Nicht chronologisch

Für Jann Mardenborough ist dieser Unfall eine riesige Tragödie, wie er uns in einem Kurz-Interview bestätigte. Der beschäftigt ihn bis heute und tut ihm unermesslich leid. Das Unglück zeigt aber auch, dass Motorsport – trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen – weiterhin gefährlich ist. Ein weiterer, wenn auch wesentlich geringerer Knackpunkt ist die verdrehte Chronologie: Im Film belegt Mardenborough kurz nach dem Unfall beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans mit seinen Teamkollegen den dritten Platz. Das war aber 2013 und bereits zwei Jahre vor dem furchtbaren Ereignis auf der Nordschleife.

Sieht man vom sehr bitteren Beigeschmack des Unfalls einmal ab, zeigt der Film anhand der Karriere von Jann Mardenborough aber auch wie weit man es bringen kann, wenn man seine Träume und Ziele beflissen verfolgt. Vielleicht ist „Gran Turismo“ auch ein Ansporn und eine Motivation für die Jugend – egal ob mit oder ohne Spielekonsole. Nur mit der GT Academy wird´s dann nichts mehr. Mittlerweile ist die Talentschmiede Geschichte und wurde eingestellt. Nissans aktuelle Motorsportaktivitäten konzentrieren sich hauptsächlich auf die Formel E. Das Starterfeld ist hochkarätig und besteht aus
etlichen Rennprofis. Und vielleicht landet dort früher oder später auch ein Talent wie Jann Mardenborough. Wir werden sehen. (cen/gb

Foto:
Autoren-Union Mobilität/Sony Pictures

 


Veröffentlicht am: 12.08.2023

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