Ich, ich, ich – so könnte man wohl das allgemeine Lebensmotto beschreiben. Ja, jetzt werden wieder viele erbost den Kopf schütteln und einige haben auch ganz sicher damit Recht. Doch ich bleibe dabei, dass wir eine sehr egoistische Gesellschaft sind. Wieso sonst ist Einsamkeit ein so großes Thema, wieso wirbt man so vehement darum, dass mehr Menschen sich für ein Ehrenamt entscheiden.
Ich, ich, ich – das hat aber nicht nur eine eher private Komponente. Dieser grassierende Ich-Virus sorgt auch für Milliardenschäden in der Wirtschaft. Keiner will eine Schnellstraße vor der Tür, aber mit 100 km/h durch das Schlafzimmer des Nachbarn rasen. Keiner, kaum einer will irgendwo ein Kernkraftwerk, aber auch kein Windrad in seiner Nähe. Dieses ich, ich, ich verhindert extrem viele Bauvorhaben, verhindert die Sanierung von Straßen, Brücken und Gleisen. Hauptsache meine Sicht der Dinge geschieht, alles andere ist egal.
Doch wie den Ich-Virus heilen? Gibt es überhaupt Mittel? Ja, die gibt es!!! Es ist sogar ganz einfach – man muss nur mal anfangen, sich für den anderen zu interessieren, man muss anfangen miteinander zu reden. Man muss den anderen ja nicht gleich heiraten wollen, man muss ihn nur wahr nehmen. Das gilt im Kleinen wie im Großen. Man muss einfach aufhören sich für nahezu göttlich, für unfehlbar, für den Mittelpunkt der Welt zu halten. Die gerät nämlich massiv ins trudeln, wenn sie Milliarden von Mittelpunkten hätte.
Ich frühstücke jetzt mit dem Mittelpunkt meines Lebens, mit der Besten Frau der Welt.
Ich wünsche Ihnen dennoch ein genussvolles Frühstück.
Gratulation allen, die heute Namenstag haben: Christian, Axel, Emilia
Bild: Pixabay
Morgengruß von Helmut Harff: Ich, ich, ich
Ein Virus grassiert
Veröffentlicht am: 21.03.2025
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