
(djd). Das Trillern, Zirpen, Rollen und Pfeifen der Feldlerche gehörte einst zum typischen Klangbild der deutschen Kulturlandschaft im Sommer. Heute ist der Vogel, der 1998 und 2019 zum „Vogel des Jahres“ gekürt wurde, deutlich seltener geworden. Intensive Landwirtschaft, große zusammenhängende Ackerflächen und der Verlust strukturreicher Lebensräume erschweren dem Bodenbrüter das Überleben.
Umso bemerkenswerter sind die Ergebnisse aktueller Untersuchungen aus Solarparks. An zahlreichen Standorten wurden dort bereits wenige Jahre nach der Errichtung deutlich höhere Feldlerchenbestände festgestellt als auf den umliegenden Landwirtschaftsflächen. Die Entwicklung zeigt, wie schnell die Natur auf neue Lebensräume reagieren kann. Unter und zwischen den Solarmodulen entstehen unterschiedliche Licht-, Feuchtigkeits- und Temperaturverhältnisse. Diese Vielfalt schafft Lebensräume, die in der Agrarlandschaft inzwischen selten geworden sind und von denen auch die Feldlerche profitiert.
Ein Gewinn für Insekten, Vögel und Fledermäuse
Die Feldlerche ist nur ein Beispiel für eine Entwicklung, die Wissenschaftler beobachten. Gut geplante Solarparks entwickeln sich oft zu wertvollen Rückzugsräumen für Pflanzen und Tiere. Weil die Flächen in der Regel nicht gedüngt oder mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden, können sich artenreiche Wiesen entwickeln. Mit den Blütenpflanzen wächst die Zahl der Insekten – und damit das Nahrungsangebot für viele Vogelarten, Fledermäuse und Kleinsäuger. Unabhängige Studien haben in Solarparks eine beeindruckende Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten nachgewiesen. Wer mehr über die Zusammenhänge zwischen Solarenergie und Biodiversität erfahren möchte, findet auf der Informationsplattform www.sonne-sammeln.de zahlreiche Hintergrundinfos, Praxisbeispiele und Forschungsergebnisse. Die Untersuchungen zeigen, dass Solarparks weit mehr sein können als reine Energieanlagen: Sie schaffen wertvolle Habitate, die in vielen Agrarregionen zunehmend fehlen.
Energiewende und Naturschutz gemeinsam denken
Die Erkenntnisse belegen klar: Solarparks stehen nicht zwangsläufig in Konkurrenz zum Naturschutz. Entscheidend sind eine sorgfältige Planung und eine angepasste Pflege der Flächen. Flexible Mahd- und Beweidungskonzepte, ausreichend Platz zwischen den Modulreihen und die Förderung heimischer Vegetation können den ökologischen Nutzen zusätzlich steigern. Die Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Pflege eines Solarparks oft größeren Einfluss auf die Artenvielfalt hat als die technische Bauweise der Anlage selbst. Und wo die Feldlerche wieder singt, zeigt sich, wie die Energiewende nicht nur dem Klima, sondern auch dem Naturschutz dienen kann.
Foto: djd/Bundesverband Neue Energiewirtschaft/Lars Petereit
Wo die Feldlerche wieder Heimat findet
Moderne Solarparks können wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere bieten
Veröffentlicht am: 09.09.2026
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