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Morgengruß von Helmut Harff: Totengedenken

… ein weiterer „stiller Tag“

In den vergangenen Tagen aber vor allem heute haben viele Menschen nur ein Ziel: Den Friedhof. Das ist kein Wunder, denn heute ist Totensonntag. Dieser Tag ist keine Erfindung der Blumenhändler oder Friedhofsgärtner. Er hat einen kirchlichen Hintergrund.

Den Toten zu gedenken ist eine der zivilisatorischen Errungenschaften, die den Menschen von allen Tieren unterscheidet. Die lassen ihre toten Artgenossen einfach als Futter für andere Tiere liegen. Wir begraben unsere Toten, mal ganz spartanisch, mal bauen wir ihnen riesigen Bauwerke wie Pyramiden.

Das Totengedenken, den Toten- oder Ewigkeitssonntag kennen wir in der christlichen Welt auch schon sehr, sehr lange. Er wird seit altersher am letzten Sonntag im Kirchenjahr, also am Sonntag vor dem 1. Advent begangen. Auch Friedrich der 1., König von Preußen, hatte hier seine Finger im Spiel. Er, so ist bei Wikipedia zu lesen, bestimmte durch Kabinettsorder vom 24. April und Verordnung vom 25. November 1816 für die evangelische Kirche in den preußischen Regionen jeweils am letzten Sonntag des Kirchenjahres, dem letzten Sonntag vor dem 1. Advent, zum „allgemeinen Kirchenfest zur Erinnerung an die Verstorbenen“.

Gründe dafür sollen sein: Das Gedenken an die vielen Gefallenen der Befreiungskriege von 1813 bis 1815, die Trauer um die 1810 verstorbene Königin Luise, auch das Fehlen eines Totengedenkens im evangelischen Kirchenjahr. Förderlich war sicher im Zeitalter der Romantik die Welle der Empfindsamkeit, die das Gedenken an die Verstorbenen verstärkt in Mode brachte. Die anderen evangelischen Landeskirchen übernahmen diese Bestimmung.

Der Totensonntag gehört zu den sogenannten „stillen Tagen“, die auch vom Gesetzgeber in besonderer Form geschützt sind. Jubel, Trubel, Heiterkeit sind an diesem Tag wenn schon nicht verboten, so doch alles andere als erwünscht. Das ist auch der Grund, warum Weihnachtsmärkte in aller Regel erst nach dem Totensonntag öffnen. Es gibt auch noch Geschäfte, die erst ab Montag die Weihnachtssaison einleiten.

Ich kann mit dem Totensonntag nicht viel anfangen. Ein Tag, an dem ich meinen toten Angehörigen gedenken soll – das haben sie nicht verdient. Entweder ich denke immer wieder an sie oder gar nicht. Für mich braucht es so einen Tag nicht, auch wenn ich ihn zu den Tagen zähle, die ganz sicher für viele Menschen von großer Bedeutung sind. Schließlich treffen sich heute sogar Menschen an den Gräbern, die zumindest für diese wenigen Minuten ihren Zwist hinten anstellen. Zumindest hoffe ich, dass man sich angesichts der Toten nicht gleich wieder in die Haare bekommt.

Mir zeigt der Totensonntag aber noch eines – wie vergänglich das Leben ist. Er macht mir nochmal deutlich, dass man das Leben nicht vergeuden soll. Es ist einfach endlich. Was macht es da für einen Sinn, es nicht zu genießen? Hier weiß man, was einem das Leben alles bieten kann, was dann kommt, davon hat noch nie jemand berichtet. Man kann auf das ewige Leben viele Hoffnungen setzen, doch sollte man das jetzt gelebte Leben um nichts in der Welt vergeuden.

Ob es im Jenseits auch Frühstück gibt? Ich habe vor Jahren mal einen Mann auf dem Friedhof getroffen, der jeden Sonntag dort frühstückt – so wie er es jahrzehntelang mit seiner Frau getan hat.

Ganz ehrlich, ich möchte, wie jetzt gleich, viel lieber mit der Besten Frau der Welt noch Jahrzehnte zusammen am Frühstückstisch sitzen.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Sonntagsfrühstück voller Lust am Leben.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 24.11.2019

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