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INA REGEN: "Rot"

Ein Album, das vom Mut und der Stärke einer Frau zeugt

ROT ist sowohl die Versöhnung mit der Wirklichkeit als auch ein forderndes Zerren an dem, was INA REGEN als Status Quo wahrnimmt. Die 13 Songs auf ROT zeugen vom Mut und der Stärke einer Frau, die aus der österreichischen Musikszene längst nicht mehr wegzudenken ist.

Noch vor Veröffentlichung ihres Debütalbums „Klee“, und dem damit einhergehenden Erfolg (#1-Chart-Platzierung, Gold-Auszeichnung und Amadeus Austrian Music Award zum ‚Album des Jahres‘) hat die 36-jährige Liedermacherin darauf bestanden, die Arbeit für das Nachfolgewerk zu beginnen.

Das Ergebnis ist das Album „ROT“, auf dem INA REGEN sich auch stilistisch weiterentwickelt, ja sogar Song für Song neu erfunden hat. Die Veröffentlichung war ursprünglich für September 2020 geplant und sollte im Rahmen einer Tour vorgestellt werden. Doch dann kam durch Corona alles anders. In der Zwischenzeit sprudelte aber die Quelle der Kreativität immer weiter. „Obwohl ROT zu diesem Zeitpunkt eigentlich so gut wie fertig war, hatte ich immer mehr das Gefühl, noch nicht alles gesagt zu haben. Vor allem aber, dass ich eine globale Veränderung wie diese nicht unkommentiert lassen wollte und konnte.“

So sind Songs wie das nahezu meditative, versöhnliche „Fenster“ oder das sommerliche, zum Tanzen einladende „Wien am Meer“ in Musik gegossene Dokumente dieses Ausnahmejahres. Auch das kleine, nahezu zärtliche „Was ma heut net träumen“, das durch den geschmackvoll eingesetzten Vocoder besticht, ist so ein Dokument. „Ich hatte viele unruhige, finstere Nächte, bin oft mit Sorgen und Zukunftsängsten wach gelegen und habe für mich selbst nach Gedanken gesucht, die mich nicht nur trösten, sondern mich weiter daran glauben lassen, dass wir alle diese Probleme, die uns aktuell und noch sehr lange beschäftigen werden, auch lösen können.“
 
Das Ermächtigung, das Ergreifen und Einfordern des eigenen Potenzials, eines der zentralen Themen von ROT ist, zeigt auch der Song „Fahnen“. Die Inspiration dazu war für die 36-jährige Künstlerin ein Interview anlässlich des Weltfrauentags. Die Headline des Artikels, in dem sie über die Sichtbarkeit von Frauen gesprochen und auf ihr ausschließlich mit Künstlerinnen besetztes Konzert im Wiener Konzerthaus (am 8.3.2020, kurz vor dem 1. Lockdown in Österreich) aufmerksam gemacht hatte, hat die Liedermacherin kurzerhand in diesem Empowerment-Song verewigt.

Neben ihrer stimmlichen Virtuosität und ihren poetischen Texten besticht ihr Wesen vor allem durch ihre kompromisslose Ehrlichkeit und Nahbarkeit, mit denen sie Menschen in ihren Bann zieht. Dabei scheut sie sich auch nicht, ihre eigenen tiefsten Wunden – wie den überraschenden Freitod ihres Jugendfreundes in „Macarena“, fragile Familienbande im aufreibenden „Gleiches Bluat“ oder das Bewusstsein über ihre eigene Vergänglichkeit in „Wievü“ – in ihre Musik einfließen zu lassen.

Der führende österreichische Kulturkritiker Frido Hütter schrieb über INA REGEN: „Ich glaube, dass seit Franz Schubert keine schöneren Lieder hierorts komponiert und interpretiert worden sind.“ Ein Lob, dem INA REGEN auch zukünftig mit jedem weiteren Song hofft, gerecht zu werden.

 


Veröffentlicht am: 02.02.2021

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