
Neues Jahr, neue Vorsätze: Mehr Energie, bessere Gesundheit, mehr Leistungsfähigkeit. Für viele steht dabei auch „mehr Schlaf“ ganz oben auf der Liste.
Doch genau hier liegt ein weit verbreiteter Denkfehler. Denn wer einfach länger im Bett bleibt, schläft nicht automatisch besser. Das zeigt die aktuelle Dailydream Schlafstudie, für die das Meinungsforschungsinstitut YouGov über 2.000 Menschen in Deutschland zu ihrem Schlafverhalten befragt hat.
Das zentrale Ergebnis zum Jahresstart: Schlafqualität ist entscheidender als Schlafdauer. In einigen Regionen Deutschlands wird zwar länger geschlafen – die Schlafqualität ist dort aber nicht automatisch besser. Gleichzeitig räumt die Studie mit einem weiteren Mythos auf, der gerade zu Jahresbeginn Hochkonjunktur hat: Powernaps sind kein Ersatz für erholsamen Nachtschlaf.
Dailydream versteht sich als Schlafproduktexperte mit ganzheitlichem Blick auf Schlafgesundheit. Geschäftsführer Tobias Jaroschek ist ausgebildeter Schlafcoach und verbindet Produktwissen mit fundierter Gesundheitskompetenz.
„Gerade zum Jahresstart nehmen sich viele Menschen vor, mehr auf ihre Gesundheit zu achten. Guter Schlaf ist dafür eine der wichtigsten, aber oft unterschätzten Stellschrauben“, so Jaroschek. „Guter Schlaf ist kein Zufall, sondern das Ergebnis aus der richtigen Schlafumgebung, klaren Routinen und bewussten Entscheidungen im Alltag. Eine hochwertige Matratze kann die Basis sein – entscheidend ist aber, Schlaf als Teil der eigenen Gesundheitsvorsorge ernst zu nehmen.“
Große regionale Unterschiede bei Schlafdauer und Schlafrhythmus
Die Schlafstudie zeigt deutliche Differenzen zwischen den Bundesländern – sowohl bei der Schlafdauer als auch beim Schlafrhythmus:
- Die kürzeste Schlafdauer unter Erwerbstätigen wurde in Hessen mit durchschnittlich 7:12 Stunden gemessen.
- Die längste Schlafdauer liegt in Berlin mit 7:52 Stunden.
- Auch Sachsen (7:47 h), Bremen (7:48 h) und Hamburg (7:36 h) liegen über dem Bundesdurchschnitt.
- Bayern (7:43 h) und Baden-Württemberg (7:32 h) bewegen sich im Mittelfeld, während Thüringen (7:17 h) und das Saarland (7:28 h) am unteren Ende liegen.
Auch bei den Bettgehzeiten zeigen sich klare Muster:
- Bayern hat mit 21:22 Uhr die früheste durchschnittliche Schlafenszeit unter der Woche,
- Hessen folgt mit 21:36 Uhr,
- am spätesten gehen die Menschen in Berlin (21:55 Uhr), Sachsen (21:56 Uhr) und Hamburg (22:04 Uhr) ins Bett.
Die Aufstehzeiten variieren ebenfalls deutlich:
- In Sachsen-Anhalt klingelt der Wecker am frühesten (05:48 Uhr),
- gefolgt von Thüringen (05:49 Uhr) und Sachsen (05:51 Uhr).
- In Hessen beginnt der Tag deutlich später – im Schnitt um 07:02 Uhr,
- Bayern liegt bei 06:37 Uhr.
Gerade zum Jahresstart zeigen diese Unterschiede, wie stark Schlaf vom individuellen Lebensrhythmus geprägt ist – beeinflusst durch Arbeitszeiten, Pendelstrecken und Alltagsstrukturen.
Singles schlafen länger – Paare kürzer
Ein bundesweit einheitlicher Trend zeigt sich unabhängig von der Region: Alleinlebende schlafen im Schnitt länger als Menschen, die ihr Bett mit einer weiteren Person teilen. Wer gemeinsam schläft, hat kürzere Ruhephasen – ein Faktor, der sich gerade im stressigen Alltag zum Jahresbeginn bemerkbar macht.
Powernaps zum Jahresstart: ein trügerischer Energiebooster
Viele Menschen greifen im neuen Jahr verstärkt zu Powernaps, um Müdigkeit auszugleichen. Die Studie zeigt jedoch: Regelmäßige Powernaps gehen mit einer schlechteren Schlafqualität einher.
- Durchschnittsnote der Schlafqualität bei Powernappern: 3,03
- Durchschnittsnote bei Nicht-Powernappern: 2,70
„Kurze Powernaps von etwa 15 Minuten können sich kurzfristig erfrischend anfühlen. Sie ersetzen aber keinen erholsamen Nachtschlaf“, erklärt Jaroschek. „Wer tagsüber regelmäßig nachschlafen muss, sollte seine Schlafgewohnheiten grundsätzlich hinterfragen – gerade zum Jahresstart.“
Was viele Mütter längst wissen: Sie schlafen am schlechtesten
Die Studie bestätigt zudem, was viele Familien zum Jahresbeginn besonders spüren: Mütter schlafen am schlechtesten.
- Frauen mit Kindern bewerten ihren Schlaf deutlich schlechter als Frauen ohne Kinder
- und auch schlechter als Männer mit Kindern.
Hauptgründe sind nächtliches Aufwachen durch Kinder, mentale Belastung und fehlende Erholungsphasen.
„Mütter leisten nachts oft unbezahlte Care-Arbeit. Schlaf ist kein Luxus, sondern eine Ressource, die geschützt werden muss – gerade in Phasen hoher Belastung“, so Jaroschek.
Top-Störfaktoren: Gedankenkarussell, Rückenschmerzen, Smartphone
Auch hier zeigt sich ein klares Bild – passend zum mental oft fordernden Jahresbeginn:
- Grübeln und Gedankenkarussell
- Rücken- und Nackenbeschwerden
- Handynutzung im Bett
In Großstädten ist das Smartphone ein besonders häufiger Störfaktor: Dort gibt fast jede*r Siebte an, dass es den Schlaf stark beeinträchtigt.
Fazit: Besser schlafen statt länger schlafen
Die Ergebnisse der Dailydream Schlafstudie 2025 zeigen deutlich: Schlaf ist kein gleichförmiges Verhalten, sondern spiegelt Lebensrealitäten wider. Regionale Rhythmen, Alltagsbelastungen und Gewohnheiten prägen, wann und wie gut Menschen schlafen.
Gerade zum Jahresstart gilt: Mehr Schlafzeit allein reicht nicht aus. Entscheidend sind gute Schlafhygiene, bewusste Routinen und eine schlaffreundliche Umgebung.
Powernaps können schlechten Nachtschlaf nicht kompensieren.
„Schlaf ist kein Luxusgut, sondern eine Grundlage für Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Wer gut durchs Jahr kommen will, sollte zu Jahresbeginn verstehen, was den eigenen Schlaf wirklich beeinflusst“, so Tobias Jaroschek.
Quelle: dailydream
Foto: Pixabay
Gute Vorsätze, schlechter Schlaf?
Dailydream Schlafstudie zeigt: Länger schlafen heißt nicht besser schlafen
Veröffentlicht am: 10.01.2026
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