
Dass Lärm krank machen kann, ist bekannt. Dass es aber auch einen Zusammenhang zwischen Lärm und Rückenbeschwerden gibt, ist zum einen bei vielen Unternehmen nicht bekannt, zum anderen wird es häufig unterschätzt.
Denn Geräusche, die das Gehirn als störend bewertet, aktivieren das Stresssystem. Telefonate, Tastaturklappern und Lüftungsrauschen klingen zwar nach normalem Büroalltag, können aber handfeste Rückenschmerzen verursachen. Der Grund ist nicht der Lärm selbst, sondern der Stress, den er auslöst.
Der Körper schüttet dann Cortisol aus, Puls und Blutdruck steigen, die Muskulatur verkrampft. Besonders betroffen sind Nacken und Schultern. Wie verbreitet Beschwerden im Büroalltag sind, zeigt eine repräsentative YouGov Umfrage im Auftrag der AGR: 73 Prozent der Arbeitnehmenden.
in Deutschland leiden unter Nackenschmerzen
„Viele Menschen unterschätzen, wie stark schon scheinbar harmlose Hintergrundgeräusche den Körper unter Stress setzen können“, sagt man bei der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. „Die Folge sind verspannte Schultern, ein harter Nacken und auf Dauer häufig auch Rückenschmerzen.“
Für Unternehmen wird das zunehmend zu einem Thema des Betrieblichen Gesundheitsmanagements: Lärmreduzierte Rückzugsbereiche im Büro können helfen, Belastungen zu verringern und konzentriertes Arbeiten zu ermöglichen. Die AGR zertifiziert rückengerechte Bürokonzepte nach umfassender Prüfung durch ein unabhängiges wissenschaftliches Expertengremium mit dem AGR-Gütesiegel.
Ergonomie am Arbeitsplatz: Warum Lärmschutz dazugehört
Lärmschutz wird im Büroalltag häufig unterschätzt“, sagt man. „Dabei gehört er genauso zur Ergonomie wie ein guter Stuhl oder ein höhenverstellbarer Schreibtisch.“ Es lohnt sich deshalb, die akustische Gestaltung von Arbeitsplätzen stärker in Präventionskonzepte einzubeziehen.
Rückzugsorte schaffen: Worauf Arbeitgeber achten sollten
Offene Bürokonzepte fördern Austausch und Teamarbeit, verstärken aber gleichzeitig die Lärmbelastung. Für konzentriertes Arbeiten, vertrauliche Telefonate oder eine kurze Erholungspause sind daher geschützte Bereiche wichtig. Akustikkabinen können hier Abhilfe schaffen. Neben einer guten Schalldämmung sollten solche Kabinen laut AGR auch ergonomisch ausgestattet sein, um die Arbeitnehmergesundheit zu fördern: Höhenverstellbare Tische und Aktivstühle regen Haltungswechsel an, eine gute Belüftung und ausreichende Beleuchtung mit Tageslichtqualität tragen zum allgemeinen Wohlbefinden bei. Wer Ruhe hat, aber schlecht sitzt, hat nichts gewonnen.
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Die aktuellen Gesundheitsnachrichten mit Michael Weyland
Thema heute: Was viele unterschätzen: Auch Bürolärm kann Rückenschmerzen auslösen
Veröffentlicht am: 20.03.2026
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