
Sie gehören zu den auserwählten Künstler:innen, die es geschafft haben, mit ihrem Erstlingswerk in einem Verlag veröffentlicht zu werden: die Debütautor:innen. Damit ihre neuen Geschichten und Perspektiven direkt ein breites Publikum finden, nimmt die Leipziger Buchmesse 2026 frische literarische Stimmen stärker denn je in den Fokus – mit zahlreichen Veranstaltungen im Rahmen von Leipzig liest und auf der Buchmesse.
Auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse erhalten Debüt-Autor:innen besondere Aufmerksamkeit: An mehreren Orten – von „Beste erste Bücher“ und der „Langen Leipziger Lesenacht“ über die #buchbar und die Donaubühne bis zum BloggerRoom BL:OOM – können Besucher:innen und Medienschaffende die vielversprechendsten Debüts des Frühjahrs entdecken. „Wir wollen dem literarischen Nachwuchs eine noch größere Bühne bieten. Denn ihre Geschichten sollen gelesen und gehört werden – auch im Sinne der Verlage, für die Debüts immer ein Wagnis darstellen“, sagt Astrid Böhmisch, Direktorin der Leipziger Buchmesse.
Beste erste Bücher: Erstlingswerke im Rampenlicht von Leipzig liest
Nach der erfolgreichen Messe-Premiere im vergangenen Jahr geht Beste erste Bücher, das Veranstaltungsformat des Literarischen Herbstes, in die zweite Runde. Im Rahmen von Leipzig liest lädt das Programm dazu ein, in spannende Erstlingswerke einzutauchen. 2025 haben fünf Autor:innen ihre Werke präsentiert, dieses Jahr sind es bereits neun. Zu den Vortragenden gehört Oliwia Hälterlein, die in „Wir Töchter“ (C.H. Beck) mit erzählerischer Raffinesse die Geschichte dreier Generationen von Frauen zwischen Polen und Deutschland verwebt – von der Nachkriegszeit über die Solidarność-Revolution bis zum wiedervereinigten Deutschland. Son Lewandowski seziert in „Die Routinen“ (Klett-Cotta) die gnadenlose Welt des Leistungssports: eine atemlose Erzählung über eine Turnerin, die sich den Wettbewerbsprinzipien ihres Sports beugt und mit jedem Schritt aufs Podest weiter von den anderen Mädchen entfernt.
Ebenfalls dabei sind Nefeli Kavouras mit „Gelb, auch ein schöner Gedanke“ (Kiepenheuer & Witsch), Clara Leinemann mit „Gelbe Monster“ (Suhrkamp nova), David Vajda mit „Diamanten“ (Hanser Berlin), Hayat Erdogan mit „Hauptsache kein Zeitgeist“ (Claassen), Marie-Louise Monrad Møller mit „Viel wichtiger ist jetzt die Gegenwart“ (Kanon) und Rina Schmeller mit „Co“ (Penguin).
Lange Leipziger Lesenacht: Debüts bis spät in den Abend
In der Moritzbastei räumt die traditionsreiche „Lange Leipziger Lesenacht“ den Debüts einen besonderen Platz ein. 20 Autor:innen bringen ihre Erstlingswerke mit. Maja Iskra erinnert in „Uppercut“ (Zsolnay) an eine Kindheit im Belgrad der 1990er Jahre, an die Brutalität zu Hause und auf der Straße – erzählt in einem fast telegrafischen Stil. Von einem unvergesslichen Sommer vor dem endgültigen Erwachsenwerden Ende der 1990er Jahre berichtet Inga Hanka in „Little Hollywood“ (Ecco).
Außerdem lesen Leon Engler aus „Botanik des Wahnsinns“ (DuMont), Lilli Tollkien aus „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ (Aufbau), Laura Dürrschmidt aus „Sommer der schlafenden Hunde“ (Aufbau), Lukas Hoffmann aus „Wassermann“ (März), Dara Brexendorf aus „Paradise Beach“ (Eichborn), Anna Katharina Scheidemantel aus „Statt aus dem Fenster zu schauen“ (Pola), Anja Gmeinwieser aus „Wir Königinnen“ (Berlin), Thị Thanh Thảo Trần aus „Menschen wie wir“ (Leykam), Svenja Liesau aus „Es war nichts anderes möglich“ (Rowohlt Berlin) und Marie Menke aus „Spielverderberin“ (Kiepenheuer & Witsch).
#buchbar: Neue literarische Stimmen bei Kaffee und Kuchen
In entspannter Atmosphäre mit Debüt-Autor:innen ins Gespräch kommen – das ermöglicht die #buchbar in Halle 4. Hier liest Ozan Zakariya Keskinkılıç aus „Hundesohn“ (Suhrkamp), einer queeren Liebesgeschichte zwischen Berlin und der Türkei, zwischen Grindr-Dates und Freitagsgebet, ausgezeichnet mit dem aspekte-Literaturpreis 2025. Lisa Wölfl schildert in „Ein verlassenes Haus“ (Kremayr & Scheriau), wie die Protagonistin zwischen Haushalt, Kindern und Ehemann unsichtbar wird – bis sie einen Job als Fake-Profil auf einer Datingplattform annimmt und langsam wieder anfängt, sich selbst zu spüren.
Ebenfalls in die #buchbar kommen Petr Hanel mit „Du weißt nen Scheiß über Sterne“ (Anthea), Marek Torčík mit „Was die Zeit nicht nimmt“ (Anthea), Judith Hoersch mit „Niemands Töchter“ (Piper), Katrin Wegner mit „Falterspuren“ (Dreiviertelhaus), Anna Mai mit „Broilerkomplott“ (Ariadne), Nicola Quaß mit „Hungergesang“ (kul-ja!), Kat Splitterberg mit „Die Wirbellosen“ (ars remata), Carina Benning mit „Casino Durable – All in with the Devil“ (LYX), Aileen Schneider mit „Ich tu so als ob und du tust so als ob du’s glaubst“ (lektora), Simon Chevrier mit „Foto auf Anfrage“ (Albino), Pandora Magri mit „Himmelblau“ (JAJA), Sarah Hübner mit „Unruhe“ (JAJA), Ulla Schuh mit „Ich in 100 Teilen“ (Beltz & Gelberg) und Carlos H. Barther mit „MIDGARD“.
Donaubühne: Erstlingswerke der Donauliteratur
Im Rahmen des diesjährigen Fokusthemas „Donau – Unter Strom und zwischen Welten“ präsentiert auch die Donaubühne in Halle 4 Debüts, die literarische Perspektiven aus der Region eröffnen. Muri Darida sucht in „King Cobra“ (dtv) nach dem Ursprung der Gewalt in einer ungarisch-deutschen Familie und erzählt dabei mit Humor und Zärtlichkeit eine Geschichte über Wut und Widerstand. Katherina Braschel bricht in „Heim holen“ (Residenz) das Schweigen über ihre donauschwäbische Familiengeschichte und die SS-Mitgliedschaft des Großvaters. Ebenfalls auf der Donaubühne: Betty Boras mit „Das schönste aller Leben“ (hanserblau) sowie Madeline Potter mit „Die Roma“ (Propyläen).
BL:OOM: Debüts für die Blogger:innen-Community
Im BL:OOM – BloggerRoom treffen sich Buchblogger:innen zum Austausch über die neuesten Entdeckungen. Unter dem Programmpunkt „Rising Stars“ stehen vielversprechende Debüts im Mittelpunkt, darunter Kea von Garnier mit „Restsommer“ (Blessing), Alisha Gamisch mit „Parasiti“ (Voland & Quist) und Jessica Mawuena Lawson mit „Kekeli“ (Verbrecher).
Die Leipziger Buchmesse findet vom 19. bis 22. März 2026 statt. Tickets sind im Online-Ticketshop erhältlich.
Erste Geschichten
Neue literarische Stimmen auf der Leipziger Buchmesse
Veröffentlicht am: 11.02.2026
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