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Weinlese 2019 auf Ornellaia

Normalität in einer Ausnahmesituation

(Axel Heinz) Charakteristisch für den Ornellaia-Jahrgang 2019 waren wie für kaum einen anderen sehr unterschiedliche klimatische Bedingungen, in denen sich Kälte- und Regen-Perioden mit langen Zeiträumen von Hitze und Dürre abwechselten.

Glücklicherweise blieb das Wetter in den für die Qualität des Jahrgangs entscheidenden Monaten August und September stabil und meist sonnig. Obwohl es nicht an Gewittern mangelte, hatten wir ausgezeichnete Bedingungen für die Reifung und Ernte – eine Bestätigung dafür, dass der 2019er ein hochkarätiger Jahrgang zu werden verspricht.

Ein spätes Frühjahr

Eines der offensichtlichsten Merkmale des Klimas im Jahr 2019 war die Verzögerung des Vegetationszyklus, die durch besonders kalte Wetterbedingungen im April verursacht wurde. Nach einem als "klassisch" zu bezeichnenden Winter begann der Austrieb pünktlich zwischen der ersten und zweiten Aprilwoche. Bald darauf verlangsamte eine sehr lange Regenperiode mit niedrigen Temperaturen das Wachstum der Reben erheblich. Im Vergleich zu 2018 hat das kältere Klima die Reben jedoch besser vor der Entwicklung von Krankheiten geschützt.

Mit dem heissen Sommer ändert der Jahrgang sein Gesicht

Unmittelbar nach Beginn der Blüte, die etwa 10 Tage später als gewöhnlich eintraf, registrierten wir einen Temperaturanstieg mit Spitzenwerten von über 35°C bereits Ende Juni. Die Reben beschleunigten sofort ihr Wachstum. Besonders betroffen waren die spät reifenden Sorten Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon, die zum Zeitpunkt des Hitzebeginns den Fruchtansatz noch nicht abgeschlossen hatten. Sie reagierten mit einem erheblichen Blütenabfall und als Folge hatten wir sehr leichte und verrieselte Trauben.

Während des gesamten Zeitraums im Juni und Juli blieb das Wetter heiß und sonnig mit Temperaturen von 2°C über dem normalen Saisondurchschnitt und 45 aufeinander folgenden Tagen ohne Niederschlag.

So verlangsamten die Reben ihr Wachstum, um sich auf die Färbung der Trauben vorzubereiten, die in der ersten Augustwoche einsetzte. In der letzten Juliwoche wurde die lange Trockenperiode durch zwei Regentage unterbrochen, wodurch die Temperaturen wieder auf die saisonale Norm zurückkehrten und ideale Bedingungen für die Reifung schufen.

Lese: Langsamer Beginn mit den weissen Sorten und finaler Sprint mit den Roten

Nach einem launischen Frühjahr und einem fast perfekten Sommer konnten wir die Erntezeit mit Gelassenheit angehen. Die bis zur Färbung anhaltende Verspätung der Natur verzögerte den Erntebeginn gegenüber den Vorjahren um gut 10 Tage.

So begann die Lese der weißen Rebsorten am 19. August, traditionell wie immer mit dem Sauvignon Blanc. Sauvignon und Viognier waren in den ersten Septembertagen alle im Keller, fast unmittelbar darauf folgten Vermentino und Verdicchio, die zwischen der zweiten und dritten Woche des Monats geerntet wurden. 

Die Lese der roten Sorten begann langsam am 5. September und wurde gleich von einem Gewitterwochenende unterbrochen, um dann am 9. September in vollem Umfang wieder aufgenommen zu werden. Der Wechsel von Sonnenperioden und Niederschlägen hat die Reifung erheblich beschleunigt, insbesondere die Entwicklung der Schale, die weicher und durchlässiger als üblich war und damit ein Garant für eine optimale Extraktion von Farbe und Tanninen.

Die Merlot-Ernte war eine der schnellsten in der Geschichte von Ornellaia. Sie endete am 21. September nach nur 15 Erntetagen, dicht gefolgt von Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon von den jüngeren Weinbergen. In der letzten Septemberwoche sanken die Temperaturen wie immer, so dass eine große Finesse und aromatische Frische bewahrt werden konnten. Nach einem weiteren Regen am 21. September kehrte die Sonne zurück, die es uns ermöglichte, die Ernte von Cabernet und Petit Verdot am 4. Oktober zu beenden.

Erste Eindrücke von den Weinen

Die Weine des Jahrgangs 2019 hinterließen bereits in der Gärphase sehr positive Eindrücke.  Die Farben waren intensiv und lebendig, die Bouquets ebenso ausdrucksstark und reif ohne irgendwelche Exzesse. Dies wird sicherlich ein großartiger Jahrgang für den Merlot, der sich durch seine sprichwörtliche seidige Textur und eine großartige aromatische Tiefe auszeichnet. Viele Cabernet-Parzellen befinden sich noch in den Behältern, um Gärung und Mazeration zu beenden. Sie präsentieren jedoch ein sehr frisches Profil mit fruchtigen und balsamischen Aromen. Am Gaumen besticht eine dichte und lebendige Tanninstruktur von großer Vertikalität, die zweifellos eine wunderbare Synergie mit dem runderen und weicheren Charakter des Merlot eingehen wird. Die Parzellen des Petit Verdot, die wir bis Oktober am Stock lassen konnten, sind wirklich beeindruckend, sehr farbintensiv, mit viel Tannin, das gleichzeitig geschliffen und seidig ist und nichts Rustikales aufweist.

Nach Abschluss der Gärung sind die Weißen in eine Phase der Lethargie eingetreten, aus der sie zu Beginn des neuen Jahres erwachen und ihren Aromareichtum enthüllen werden. Im Moment zeigen sie uns eine optimale Ausgewogenheit mit moderatem Alkoholgehalt und einer kräftigen Säurenote, die den Gaumen belebt und erfrischt.

 


Veröffentlicht am: 21.11.2019

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